Waldeck

„Ländlicher Raum in akuter Gefahr“

- Waldeck-Niederwerbe (höh). Regionalentwicklung war ihm eine Herzensangelegenheit: Der Frankenauer­ Bürgermeister und künftige Landrat Dr. Reinhard Kubat wurde mit Applaus als Vorsitzender des Kellerwaldvereins verabschiedet.

Kubat ist seit 1994 in der Regionalentwicklung dabei, stieg zwei Jahre nach Gründung des Vereins Region Kellerwald-Edersee ein. Zunächst nebenberuflich für Beratung, Information und Konzeption, seit 1996 als Geschäftsführer. 2002 wurde er zum Frankenauer Bürgermeister gewählt und in 2006 zum Vorsitzenden des Kellerwaldvereins. Bis heute wurden aus der Regionalförderung der Europäischen Union und des Landes Hessen insgesamt 200 Projekte mit knapp 6 Millionen Euro gefördert, zog Kubat Bilanz. Dies habe Investitionen von 13,68 Millionen Euro und eine Wertschöpfungssumme von gut 23 Millionen Euro ausgelöst. Es entstanden 200 Arbeitsplätze, davon die meisten im Vollerwerb. Dazu habe eine Vielzahl von Mitwirkenden beigetragen, wie die Fachdienste Dorf- und Regionalentwicklung der Landkreise, Geschäftsstelle und Vorstand des Vereins. Das Leader-Entscheidungsgremium vertrete sowohl die Kommunen der Region als auch die Organisationen und Verbände. Mit Sorge blickt Kubat auf die immer schlechter werdenden Rahmenbedingungen. „Der ländliche Raum ist in einer akuten Gefahr“, betonte er und deutete auf eine Vielzahl von Faktoren, darunter öffentlicher Personennahverkehr, demografischer Wandel und das „Aus“ für viele Gaststätten und Dorfläden. „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um unsere Dörfer so liebenswert zu erhalten“, rief der scheidende Vorsitzende dem Vorstand zu. Der Vorsitz wird zunächst kommissarisch bis zu den Neuwahlen im Frühjahr weitergeführt von dem Jesberger Bürgermeister Günter Schlemmer. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende würdigte Kubats Talent, Menschen einzubinden und für eine Mitarbeit zu gewinnen. „Das ist dem Verein in hohem Maße zugute gekommen und hat die Region, aber auch die Menschen zusammenwachsen lassen.“ Die Arbeit der „erfolgreichsten Entwicklungsgruppe in Hessen“ habe die Lebensqualität gestärkt. Geschäftsführerin Lisa Küpper wünschte für Kubats künftige Arbeit als Landrat „Ausdauer und integratives Geschick“. Zum Abschied erhielt der 51-Jährige einen Gutschein für einen Rundflug über den Landkreis, „damit er sein künftiges Revier auch von oben besser betrachten kann“, und einen Kompass, damit er in der schwierigen Kreispolitik auf Kurs bleibt.

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