Bad Wildungen

Ein Lebensretter mit siebtem Sinn

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- Bad Wildungen - Reinhardshausen (höh). Eine Blutspur auf einer Straße in Reinhardshausen lässt Ferdinand Heuskel misstrauisch werden. Der Odershäuser geht ihr nach und rettet einem 67 Jahre alten Kurgast das Leben.

Heuskel ist mit seiner Ehefrau am frühen Nachmittag des 28. Oktober in Reinhardshausen unterwegs, als sein Blick auf eine Blutspur fällt. „Erst waren es nur ein paar Tropfen, und dann wurden es immer mehr.“ Die Spur führt in ein Geschäft, und der Odershäuser ist geschockt: „Überall Blut.“

Aufmerksam blickt er rund und entdeckt an einer Seitentür einen offenbar verletzten Mann. „Er saß auf einem Stein in einer großen Blutlache.“ Dann geht alles schnell. Mit einem Küchentuch, das die Verkäuferin reicht, bindet er dem 67-Jährigen das rechte Bein ab, aus dem das Blut schießt.Bis der alarmierte Rettungswagen eintrifft, spricht Heuskel unaufhörlich auf den Verletzten ein. Plötzlich fällt ihm der Unbekannte bewusstlos in die Arme. Der Notarzt bescheinigt dem Helfer wenig später: „Sie haben dem Mann das Leben gerettet.“ Etwa drei Liter Blut habe er verloren.

In der Asklepios-Stadtklinik wurde Reha-Patient Wolfgang Müller behandelt, der Hamburger hat sich langsam von dem Schock erholt. „Ich wollte nur die Zeitung holen und habe gar nicht gesehen, dass ich blutete“, sagt der 67-Jährige noch fassungslos. Offenbar infolge einer Bypassoperation sei der rechte Fuß unbemerkt aufgeplatzt und blutete stark. Der Hamburger ist seinem Lebensretter dankbar, der die Situation schnell erkannte. „Der Notarzt hat gesagt: Es war allerhöchste Eisenbahn.“ Heuskel freut sich beim inzwischen fünften Krankenbesuch, dass der Patient endlich auf dem Weg der Genesung ist. „Nächstes Jahr feiern wir am 28. Oktober Deinen Geburtstag.“ Müller schmunzelt: „Man muss auch mal Glück haben.“ Aber das hing am seidenen Fädchen.

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