Heinz Brühmann aus Wetterburg erhält bei Kreiserntedankfest Bundesverdienstkreuz am Bande

Lebenswerk für den Berufsstand

Waldeck-Freienhagen - Die höchste zivile Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland hat Heinz Brühmann anlässlich des Kreiserntedankfestes gestern in Freienhagen erhalten. Der langjährige Vorsitzende des Waldecker Kreisbauernverbandes zeigte sich angesichts dieser Würdigung gerührt.

Mark Weinmeister, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, hielt die Laudatio auf den Wetterburger. Er dankte Heinz Brühmann im Namen des gesamten Berufsstandes für „ein besonderes Lebenswerk“. Sich neben der täglichen Arbeit noch zusätzlich zu engagieren, sei eine freie Entscheidung gewesen. Brühmann sei über 24 Jahre ein guter Ratgeber gewesen. „Da spricht man von einer Generation“, betonte Weinmeister. Brühmann sei in den Gremien, in denen er aktiv war und ist (siehe Kasten), „nicht nur dabei, sondern mittendrin“. Auch die Tatsache, dass Brühmann in seinem Betrieb in Wetterburg jedes Jahr einen Auszubildenden beschäftigte, würdigte der Staatssekretär als besondere Leistung. „Das alles geht weit über das hinaus, was man tun muss.“ Allerdings sei so ein Engagement nur möglich, wenn die Familie mitziehe. „Mindestens die Hälfte dieses Bundesverdienstkreuzes gehört auch Ihnen“, richtete er deshalb seine Worte an Brühmanns Ehefrau Ulrike, bevor er die von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichnete Urkunde verlas und Brühmann den Orden ansteckte. Den Wetterburger lobte auch der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider: „Heinz Brühmann ist einer, auf den man sich verlassen kann“, sagte er. „Du hast diese Ehrung verdient.“ Dieser Typ Mensch werde leider immer seltener. Heinz Brühmann selbst zeigte sich gerührt von der Laudatio. Er verglich seine Ehrenämter mit dem Bestellen seiner Felder. „Eine solche Ernte einfahren zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes.“ Die ehrenamtliche Arbeit sei keine Mühe für ihn gewesen: „Es hat mir Freude gemacht, meine Gedanken einzubringen und ein wenig mitgestalten zu können.“ Der Landwirtschaftsmeister dankte seinen Wegbegleitern, allen voran dem Vorstand und der Geschäftsführung des Kreisbauernverbandes. Dieser sei seine Heimat und in gewisser Weise sein zweiter Betrieb gewesen. Die Landwirtschaftliche Buchstelle, die er mit ins Leben gerufen habe, sei eine große Hilfe gewesen. Aber auch den Landfrauen, den Landsenioren, der Landjugend, den Gremien der Molkereien und der beruflichen Ausbildung, dem Bodenverband, der Agrarverwaltung und den politischen Vertretern sprach er seinen Dank aus. Dem Geehrten versagte kurz die Stimme, als er seiner Familie, vor allem seiner Ehefrau, für das Verständnis dankte. „Ohne die Unterstützung der Familie ist so etwas in einem Milchviehbetrieb überhaupt nicht möglich.“ Das Kreiserntedankfest bildete einen würdigen Rahmen: Zahlreiche Weggefährten und Mitstreiter Brühmanns und viele Berufskollegen waren anwesend und gratulierten ihm nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes persönlich. Zur Person: Heinz Brühmann, Jahrgang 1949, war insgesamt 28 Jahre im geschäftsführenden Vorstand des Waldecker Kreisbauernverbandes aktiv, davon 24 Jahre als Kreisvorsitzender. Im Hessischen Bauernverband war er Mitglied im Vorstand sowie im Finanz- und Milchausschuss. In seinem Ortsverband ist er seit 1984 aktiv. Von 1978 bis 1982 war er in der Molkerei Helsen/Arolsen Mitglied im Aufsichtsrat, dann Vorstandsvorsitzender. Nach der Fusion 1984 mit Borken war er erneut im Vorstand tätig. Auch nach dem Zusammenschluss mit Hochwald im Jahr 2002 übernahm er ein Vorstandsamt, das er bis heute innehat. Bei der Waldecker Bank war er von 1997 bis 2012 im Aufsichtsrat, in der Zeit von 1998 bis 2012 Vorsitzender des Beirats Waldeck-Marsberg. Im Gebietsagrarausschuss war er von 1993 bis 2012 aktiv, 15 Jahre lang zeichnete er für die Anerkennung von Ausbildungsbetrieben verantwortlich. Den Bodenverband Waldeck-Frankenberg gründete er 1988 mit. Von Beginn an bis 2012 war er stellvertretender Vorsitzender.Brühmann war außerdem an der Gründung der ÜMV (Maschinenring) beteiligt, ebenso wie an der Gründung des Verbands der Jagdrechtsinhaber und Eigenjagdbesitzer, dessen stellvertretender Vorsitzender er seither ist. Er ist Vorstandsmitglied der Wetterburger Jagdgenossenschaft und war Mitglied im Kreisjagdbeirat Waldeck-Frankenberg. Von Andrea Pauly

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare