124868 Gäste und 1,395 Millionen Übernachtungen im Jahr 2013 in Bad Wildungen und Reinhardshausen

Leichter Rückgang im Bäderzentrum

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3,3 Prozent weniger Gäste reisten im vergangenen Jahr in die Badestadt, die dabei im bundesweiten Trend zurückgehender Gäste- und Übernachtungszahlen mitschwimmt.

Bad Wildungen - Nach dem ausgezeichneten Vorjahr sind die Gäste- und Übernachtungszahlen im Bäderzentrum Wildungen und Reinhardshausen im Jahr 2013 leicht gesunken. 124 868 Gäste mit 1,395 Millionen Übernachtungen wurden registriert.

Damit sank die Gästezahl in den gewerblichen Betrieben ab zehn Betten um 3,3 Prozent, und die Übernachtungen gingen um 5,1 Prozent zurück. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 11,2 Tagen. Von den Gästen aus der amtlichen Statistik waren 64 Prozent kurbeitragspflichtig, bei den Übernach- tungen sogar 93 Prozent. Die Zahl der Privatgäste nahm um 0,79 Prozent, die der privaten Übernachtungen um 4,72 Prozent ab. Die Verteilung auf Bad Wildungen und Reinhardshausen bleibt annähernd gleich. Während die Kernstadt mit 25 816 Übernachtungen zulegte, ging die Zahl in Reinhardshausen mit 16 205 zurück.

„Trotz der Einbußen steht Bad Wildungen im Vergleich zu allen Heilbädern und Kurorten in Hessen nicht schlecht da“, ist Bürgermeister Volker Zimmermann zuversichtlich. Dennoch bleibe die hohe Abhängigkeit von Budgets und Bewilligungsverhalten der Kostenträger der Sozialversicherung ein kritischer Punkt. Einbußen gab es hauptsächlich bei den Sozialgästen. Die drei großen Hotels bauten ihre Gästeanreisen sogar noch aus, während die Übernachtungen stagnierten.

„Einschnitte bei den Reha-Budgets“

Die veränderten Reha-Budgets bei den Vertragsgästen der großen Kliniken machten sich laut Zimmermann in der Gästestatistik bemerkbar. Hinzu komme, dass etliche Klini- ken in den vergangenen Jahren vermehrt Akuteinrichtungen für bestimmte Indikationen aufgebaut haben und in der Beherbergungsstatistik nicht mehr erfasst werden. Außerdem ging im August eine größere Klinik als Anbieter vom Netz.

In Gesprächen mit den politischen Entscheidungsträgern will Bürgermeister Zimmermann über die nach seiner Ansicht „wenig sinnvollen Einschnitte bei den Reha-Budgets“ aufklären und hofft auf „vernünftige Lösungen“ für die 18 Kliniken in Bad Wildungen und Reinhardshausen, die von zehn Betreibern gehalten werden.

Bei den Privatgästen sei stets der richtige Mix aus Angebot, Themen, Marketing, Kundenansprüchen, Umfeld und dem Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend, erklärte Ute Kühlewind vom Stadtmarketing. „Wir sind längst weg von Pauschalangeboten.“

Neben der Qualitätssicherung profitierten Gastgeberbetriebe durch die Beteiligung an Werbemaßnahmen oder Einbeziehung vorhandener Angebote wie Naturerlebniswanderungen, E-Bike-Verleih oder Schwimmbädern. Die Bade-stadt benötige noch ein Drei- bis Vier-Sterne-Hotel, um die Nachfrage im Gruppen- und Busgeschäft zu befriedigen, ergänzte Reckhard Pfeil vom Stadt-marketing. „Zusätzliche Betten wären hoch willkommen.“

Keine Rückkehr zu „goldenen Kurzeiten“

Die Qualität muss sowohl auf dem Übernachtungssektor als auch in der gesamten Stadt stimmen, ist Bürgermeister Zimmermann überzeugt. Investitionen in Verkehr, Innenstadt, Park- und Grünflächen tragen zur Kundenzufriedenheit bei. Das Warten auf die Rückkehr „goldener Kurzeiten“ sei jedoch eine Sackgasse. „Mit alten Argumenten können wir neue Entwicklungen nicht bewältigen.“

Auf und ab

Nach der Kurkrise in den 1980er Jahren erholten sich die Zahlen im Bäderzentrum Bad Wildungen und Reinhardshausen wieder bis auf 121537 Gäste und knapp 2 Millionen Übernachtungen in 1995. Die nächste Krise ließ die Zahlen in 1997 auf 86539 Gäste und 1 Million Übernachtungen purzeln. Danach ging es mit einigen Unterbrechungen wieder bergauf. Im Rekordjahr 2012 logierten 129?129 Gäste in der Badestadt mit 1,47 Millionen Übernachtungen. 2013 wurde ein Rückgang auf 124?868 Gäste/1,395 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg ?wurden im selben Jahr 778?113 Ankünfte gezählt (plus 1,4 Prozent), bei 3,196 Millionen Übernachtungen (minus 2 Prozent) und einer Verweildauer von 4,1 Tagen.

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