Eröffnungskonzert mit dem Trio Raniin

Leise Klänge mit der Laute bei den internationalen Klaviertagen in Bad Wildungen

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Das Raniin-Trio eröffnete die Internationalen Klaviertage in Bad Wildungen.

Bad Wildungen. Die neunten internationalen Klaviertage wurden am Freitagabend in der gut besuchten Wandelhalle mit Jazz eröffnet.

Das Trio „Raniin“ – übersetzt etwa „Wiederklang“ – setzte ungewöhnliche Akzente. Der Name steht laut Pianist Felix Schneider, „für die oft einfachen Melodien, die auch nach dem Konzert noch vielen Besuchern im Kopf nachklingen“.

Das war es auch, was den besonderen Reiz des Ensembles aus Würzburg ausmachte. Bekannte Melodien verschmolzen zu einem musikalischen Mix von orientalischem Reiz mit Anklängen an die verschiedensten Stile von Jazz, Soul, Blues. Folk und auch klassischen Elementen, dargeboten mit einem hohen Maß an Virtuosität. Pianist Felix Schneider: „unsere Freundschaft ist für uns genauso wichtig, wie die Musik, die wir gemeinsam spielen“.

Der Ausnahmepianist Felix Schneider, der eine Reihe der gespielten Stücke komponiert und alle arrangiert hat, brillierte mit zartem Anschlag und großem Bluesfeeling. Kontrabassist Jonas Hermes hat an der Musikhochschule Würzburg sein Spiel zur Vollendung gebracht. Dritter im Bunde ist der aus Damaskus stammende Aktham Abou Fakher mit seiner arabischen Laute (oud).

Der Klang der Laute prägte das Spiel des Trios, die große Kunst, mit der der Solist sein Instrument mit raumfüllendem Tonvermögen beherrschte und das er auch zu leisem Mandolinenklang zurücknehmen konnte. Überrascht registrierten die Zuhörer, wie schön die arabische Laute auch klingt, wenn Fakher Variationen über das deutsche Volkslied „Die Gedanken sind frei“ in sein Instrument zupfte und Piano und Bass einstimmten.

Wehmut und Melancholie

In der Wandelhalle erklangen kleine musikalische Kostbarkeiten, etwa die Komposition, die der Lautenspieler für seine Heimatstadt geschrieben hat, eine Melodie voller Wehmut und Melancholie aber auch mit einem gehörigen Stück Optimismus. „Ich möchte in Würzburg bleiben“, sagte der Syrer.

Die Zuhörer genossenen den klaren Ausdruck der Melodien, die in den Vordergrund gestellten virtuosen solistischen individuellen Beiträge der Musiker und die farbigen harmonischen und kontrastreichen Klanggemälde des Trios. Zum Schluss des anspruchsvollen und gelungenen Auftaktkonzertes zu den Klaviertagen gab es langen herzlichen Beifall und Zugaben des gefeierten Trios. (szl)

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