Landkreis lehnt Tempo-Limit auf der Wegaer Ederstraße ab

Letzte Chance ist der Verkehrsminister

Bad Wildungen-Wega - Der Landkreis lehnt ein Tempo-Limit auf der Wegaer Ederstraße ab. Das erfuhrt Ortsvorsteher Frannz Berghoff in einem Schreiben aus dem Kreishaus.

Der Ortsbeirat wollte Verkehrsberuhigung in der Straße erreichen. Eine Verkehrserhebung durch „Hessen Mobil“ habe jedoch nach Auskunft des Landkreises eindeutige Ergebnisse geliefert. Sie zeigte, dass „die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Km/h aus beiden Richtungen von 85 Prozent der Fahrzeugführer eingehalten wird.“ Ein Tempo-Limit wäre daher für die Kraftfahrer nicht nachvollziehbar, heißt es in der Begründung.

Diese Argumente sind für Ortsvorsteher Berghoff nicht schlagkräftig. „Das ist keine Straße wie jede andere“, verweist er auf WLZ-Nachfrage auf schmale Gehwege von nur 80 Zentimeter Breite. „Wenn da Lastzüge vorbeidonnern, wird es richtig gefährlich.“ Das höchste Verkehrsaufkommen sei gerade dann zu beobachten, wenn Kinder auf dem Schulweg sind. „Morgens um 7 habe ich in einer Minute 25 Autos gezählt“, erläutert er. Morgens im Berufsverkehr und nach Feierabend ist es laut Ortsvorsteher besonders arg. „In einer Stunde bis zu 800 Fahrzeuge.“ Gerade für ältere Leute sei es dann fast unzumutbar, die Straße zum Friedhof hin zu überqueren.

Der Landkreis ließ zwar das Verkehrsschild um 100 Meter weiter außerhalb verrücken, aber das helfe in dieser Situation nicht weiter. „In Wabern am Friedhof gibt es auch Fußgängerüberweg und Ampel – woanders geht das überall, nur in unserem Kreis ist das nicht möglich“, wundert sich der Ortsvorsteher. Berghoff setzt nun auf den angekündigten Besuch von Verkehrsminister Florian Rentsch, der sich die Lage vor Ort ansehen will. Wann er nach Wega kommt, steht nach Informationen aus dem Ministerium noch nicht fest. Neben dem Bad Wildunger Stadtteil will der Verkehrsminister in ähnlicher Mission weitere Standorte in Korbach ansehen.

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