Diskussion um Straßenbeleuchtung im Wildunger Finanzausschuss

Lieber LEDs als zappenduster für alle

Moderne Lichttechnik an Straßen und Gebäuden der Wildunger Kernstadt senkt die Energiekosten. In den Dörfern mit ihrer zumeist älteren Ausstattung heißt Sparen dagegen: Licht aus. Statt der Gerechtigkeit und des Stadtsäckels wegen alle Leuchten in tiefer Nacht verlöschen zu lassen, bietet es sich an, alle alten Stromfresser-Lampen auszutauschen, meint das Bauamt.Foto: Schuldt

Bad Wildungen - Leuchtende Straßenlaternen in tiefer Nacht: Sparfüchse in den Kommunen schalten sie gerne aus, um den Säckel zu schonen. Sicherheitsfanatiker lassen sie lieber eingeschaltet, um lichtscheues Gesindel zu schrecken. Walter Mombrei (SPD) bereicherte den Dauerbrenner der Stadtpolitik im Finanzausschuss um eine neue Facette: Gerechtigkeit in der Dunkelheit.

„In den Ortsteilen verlöschen die Lampen in der Regel zwischen 1.30 und 4.30 Uhr. In innerstädtischen Neubaugebieten brennen die Laternen die Nacht durch“, merkte er im Rahmen der Etatberatungen an.

Das verstehe niemand. Um die Energiekosten zu senken und die Bewohner gleich zu behandeln, solle die Stadtverwaltung die Beleuchtung während der genannten Nachtstunden komplett abschalten.

Davon riet Bauamtsleiter Klaus Weidner ab, denn die Unterschiede lägen in der Technik begründet. Nach und nach wurden in den vergangenen Jahren - in Neubaugebieten von vornherein - Lampenköpfe mit LED-Leuchten installiert. Relais dimmen diese Leuchten während der besagten Stunden von 24 auf nur noch 12 Watt. „Wir müssten neue Relais einbauen, um die Schaltzeiten zu ändern. Die Ersparnis bei so geringen Verbräuchen stünde in keinem Verhältnis zum Aufwand“, meinte Weidner. 50 Relais tun bislang in der Stadt ihren Dienst. Ein neues kostet zwischen 200 und 300 Euro.

Weidner empfahl dagegen, alle 1000 noch im Betrieb stehenden, alten Lampen gegen LED-Nachfolgerinnen auszutauschen. Die alten Leuchten verbrauchen im Regelbetrieb während der Dunkelheit 160 Watt und auf Sparflamme ab 1.30 Uhr weiterhin stolze 80 Watt. „Sehe ich mir im Vergleich dazu die 12 Watt bei den LEDs an, würde sich der Austausch wahrscheinlich rasch bezahlt machen“, ist der Bauamtsleiter überzeugt.

Bislang schreckten die Stadtmütter und -väter wegen der hohen Anschaffungskosten für LEDs vor so einem Schritt zurück, doch die Preise fallen. Mit etwa 350 Euro schlägt ein neuer LED-Lampenkopf heute zu Buche. Die Politiker beauftragten das Bauamt, auszurechnen, wie schnell sich diese Investition durch sinkende Energiekosten amortisiert. (Matthias Schuldt)

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