Pfarrerin Sonja Rümpler verlässt Kirchspiel Waldeck/Böhne/Buhlen

Liebeserklärung an die Waldecker

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Die Kirche in Waldeck war acht Jahre ihr Arbeitsplatz: Pfarrerin Sonja Rümpler wird am Sonntag im Gottesdienst verabschiedet.

Waldeck - Pfarrerin Sonja Rümpler verlässt nach acht Jahren das Kirchspiel Waldeck/Böhne/Buhlen. Der Grund ist ein freudiger Anlass: Die 37-Jährige blickt Mutterfreuden entgegen und zieht zu ihrem Lebensgefährten nach Korbach.

Bewegte Zeiten liegen hinter der gebürtigen Kasselerin. Nach Theologiestudium in Göttingen und Heidelberg trat sie ihr Vikariat in Eschwege an und wurde 2005 Pfarrerin in Waldeck. Sie heiratete einen Pfarrer, mit dem sie sich für kurze Zeit die Pfarrstelle teilte, aber die Eheleute trennten sich bereits 2009 wieder. „Kontinuität wahren trotz aller Veränderungen in der Pfarrstelle“, das war der 37-Jährigen in dieser Zeit besonders wichtig.

Hilfsbereite und offene Waldecker

Mit mulmigem Gefühl sei sie vor acht Jahren in das Pfarrhaus eingezogen, bekennt Rümpler. Denn im Ohr klangen Warnungen vor den „sturen Wal­deckern“. Eine Behauptung, die die in Vellmar aufgewachsene Geistliche keineswegs teilt. „In Waldeck haben mich die Menschen von Anfang an willkommen geheißen und ein Stück Heimat gegeben.“

Sehr hilfsbereit und offen skizziert Rümpler die Bewohner der Bergstadt. „Sie haben mich so genommen, wie ich bin.“ Vor vier Jahren wuchs die Zahl der Gemeindeglieder im Kirchspiel auf 1300 an, denn zu den Kirchengemeinden Waldeck und Böhne kam noch Buhlen dazu. „Eine flexible Kirchengemeinde, die uns die Chance gegeben hat für dieses neue Modell“, ist die Pfarrerin dankbar.

Alle drei Gemeinden seien „so herzlich unterschiedlich“, lacht Rümpler. Ein Grund dafür sind die kommunalen Grenzen der beiden Edertaler Ortsteile und der Stadt Waldeck. „Inzwischen kennt man sich besser, alle sind mehr zusammengewachsen.“ Die gute Arbeit der Jugendmitarbeiterin Jenny Heise im 2006 gegründeten Gesamtverband Waldeck habe dazu beigetragen. Viele Menschen im Kirchspiel seien gern bereit, sich einzubringen im kirchlichen Leben. „Das habe ich sehr genossen“, sagt die Pfarrerin rückblickend. Gern habe sie auf Wunsch von Vereinen und Veranstaltern Gottesdienste zu besonderen Anlässen gehalten, etwa beim Stadtfest oder beim Mühlentag.

„Danke für die schöne Zeit miteinander“

In den acht Jahren habe sich einiges getan in den drei Orten. In Böhne wurde die Kirche renoviert, in Buhlen das 150-jährige Kirchenjubiläum gefeiert. Und in Waldeck werde nach vielen Rückschlägen endlich die Sanierung von Kirchendach und -turm eingeläutet.

Schweren Herzens nimmt Sonja Rümpler in diesen Tagen Abschied. Umzugskartons sind gepackt, Ende Mai räumt die 37-Jährige das Pfarrhaus und scheidet offiziell im Juni aus dem Amt. Aus freudigem Anlass: Die Pfarrerin erwartet im August ein Baby und blickt der Hochzeit mit ihrem in Korbach wohnenden Lebensgefährten entgegen. „Ich wollte, dass es keine lange Vakanz im Kirchspiel gibt“, kommentierte die Pfarrerin ihren Entschluss zum Abschied aus dem Amt.

Die Stelle ist ausgeschrieben. Die Vakanzvertretung übernehmen fünf Kollegen. Für die kirchengemeindlichen Dinge zeichnet Werner Hohmeister verantwortlich, die Kirchengemeinde Buhlen betreut Klemens Blum und die Gemeinde in Böhne Christoph Hartge. Amtshandlungen in Waldeck, wie Beerdigungen, Trauungen und Taufen, übernehmen Karin Lilie und Kurt Heyer.

„Ich würde mich freuen, wenn die Stelle schnell besetzt werden kann“, sagt die Pfarrerin, die am Sonntag ihre letzte Predigt in ihrer Amtszeit hält. „Ich möchte aus vollem Herzen nochmals Dank sagen für die schöne Zeit miteinander.“

Hintergrund

Am Sonntag, 26. Mai, um 14 Uhr wird Pfarrerin Sonja Rümpler in einem Gottesdienst in der Waldecker Stadtkirche offiziell von dem stellvertretenden Dekan Pfarrer Klemens Blum verabschiedet.

Die Feier wird umrahmt vom Waldecker Posaunenchor und der Solistin Larissa Niederquell aus Sachsenhausen. Pfarrerin Rümpler hält ihre letzte Predigt in Waldeck. Der Kirchenvorstand hat ein Überraschungschörchen angekündigt. Im Anschluss an die Feier wird zum Kaffeetrinken ins Dorfgemeinschaftshaus Buhlen eingeladen. (höh)

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