Hemfurth

Der Mai macht vieles neu im Wildpark

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- Edertal-Hemfurth-Edersee. Aus dem Wildpark wird der Wildtierpark. Dass die Änderungen im und am größten Besuchermagneten der Region nicht nur den Namen betreffen, wurde beim traditionellen Rundgang vor der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am Montagabend deutlich.

Die Bauarbeiten an der Wildnisschule gehen voran. „Für sie mussten Meerschweinchen und Kaninchen weichen, aber nicht auf Dauer“, erklärte Parkleiter Albert Hernold den Mitgliedern des Vereins. Ein neues, wabenförmiges Domizil für die Nager soll entstehen. Darin gibt es vielleicht irgendwann auch wieder Eichhörnchen zu sehen. Sie waren aus ihrem inzwischen ebenfalls abgerissenen Käfig ausgebüxt, nachdem ein Waschbär den Zaun eines Nachts auf der Suche nach Futter untergraben hatte.

Aktuelles Projekt des Parks ist ein Wildkatzengehege in Nachbarschaft zum Fischotterteich. „Doch wir müssen die Finanzierung neu klären“, sagte Fördervereinsvorsitzender und Bürgermeister Wolfgang Gottschalk. Auf Expertenrat hin soll das Gehege mit einem aufwendig gespannten Dach aus Draht geschlossen werden, damit die Katzen nicht in gleicher Weise das Weite suchen wie die Eichhörnchen. „Mit einem fünfstelligen Betrag, wie kalkuliert, werden wir nicht hinkommen“, ergänzte Gottschalk. Darum verzögert sich das Vorhaben.

Die Folge: Die Katzen müssen bei ihrem Einzug in den Wildtierpark mit einem Übergangsquartier vorliebnehmen, der alten Auerhahn-Voliere, die zu diesem Zweck mit begrenztem Aufwand hergerichtet wird. Bei den drei Wildkatzen handelt es sich um Schwestern. Der Duisburger Zoo macht Druck, weil er sie dringend abgeben muss. „Deshalb haben wir uns für die Zwischenlösung entschieden und holen sie vor Pfingsten hierher“, erläuterte Hernold. Auf ein Männchen verzichte man bewusst, weil es derzeit „keine Nachfrage“ für Wildkatzen in Zoos oder Tierparks gebe.

Vor einem Problem stehen die Tierpfleger und Förster in dieser Hinsicht bei den Wisenten. Die Jungstiere gehen aufs dritte Lebensjahr zu und werden damit langsam zu Konkurrenten für den im Vorjahr geholten Zuchtstier aus Hardehausen. Um Blutvergießen zu vermeiden, müssen die Halbstarken die Herde verlassen, doch bislang hat sich der Wildtierpark vergeblich bemüht, sie in Auswilderungsprojekten unterzubringen. (su)

Mehr lesen Sie in Zeitungsausgaben der WLZ-FZ vom Mittwoch, 5. Mai.

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