Zimmermann in zweite Amtsperiode als Wildunger Bürgermeister feierlich eingeführt

„Mann der Überraschungen“ verlängert

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Der „Mann der Überraschungen“ tritt seine zweite Amtsperiode an: Bürgermeister Volker Zimmermann mit Gattin Gabriele, flankiert von Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nawrotzki (links) und Erstem Stadtrat Bart van der Meer (rechts).

Bad Wildungen - In einer feierlichen Sondersitzung des Stadtparlaments am Sonntagabend in der Wandelhalle wurde Volker Zimmermann in seine zweite Amtsperiode als Bürgermeister eingeführt.

Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nawrotzki sprach von einem „Mann der Überraschungen“, mit dessen Wahl vor sechs Jahren kaum einer gerechnet hatte. Bei seiner Wiederwahl am 6. Mai 2012 gegen einen respektablen Gegenkandidaten (Ulrich Tent/CDU) habe er sich sehr über das Wahlergebnis gefreut. Zimmermanns Originalton laut Nawrotzki: „Die halbe Stadt aufgerissen und dann im ersten Wahlgang gleich 60 Prozent.“ Der liberale Bürgermeister sei praxisorientiert, seine unabhängige Amtsführung trage ihm großen Respekt ein. Bürgerbeteiligung fördere und fordere er ein. Das Parlament werde weiterhin ein kritisch-konstruktives Verhältnis zum Rathauschef pflegen, versprach der Sozialdemokrat. „Mal etwas lauter, mal etwas leiser, mal vor den Kulissen, mal etwas mehr dahinter“, stets Lösungen zum Wohl der Stadt im Blick. Für die neue Amtszeit wünschte Nawrotzki „gute Gesundheit, gute Nerven und stets eine glückliche Hand bei den notwendigen Entscheidungen“.

Erster Stadtrat Bart van der Meer erinnerte an den Amtsbeginn des Bürgermeisters, der in seiner Zeit als Stadtverordneter „manchmal gefürchtet war als scharfe Zunge der FDP“. Unter Zimmermann registrierte der Mandatsträger der Grünen im Magistrat „gefühlt mehr Demokratie, mehr Diskussionen und längere Sitzungen“. Viel Überzeugungsarbeit war notwendig, um Mehrheiten zu beschaffen. Als Leid- und Leitthemen der Amtsperiode zählte er Wandelhalle, Reste der Landesgartenschau, Berufsakademie, Wirtschaftsförderung, Itzelstraße und Stadtsanierung auf. In den Wildunger Partnerstädten Großbritannien, Frankreich und China habe der Liberale erfolgreiche Außenpolitik betrieben.

Erster Stadtrat van der Meer überreichte die Ernennungsurkunde und legte Bürgermeister Zimmermann die Amtskette um, Parlamentsvorsteher Nawrotzki nahm den Amtseid ab und verpflichtete den Rathauschef auf gewissenhafte Erfüllung seiner Aufgaben. Einen Blumenstrauß gab es für Ehefrau Gabriele Zimmermann.

In sechs Jahren sei viel erreicht worden, zog der Bürgermeister Bilanz. Mit nicht minder wichtigen Themen warte die zweite Amtsperiode auf. Heloponte, Kurhaus, gesundheitstouristische Entwicklung und Energieversorgung mit dem Partner EWF, aber auch Arbeitsplätze und die Fortsetzung der interkommunalen Zusammenarbeit mit Edertal und Fritzlar nannte er als Schwerpunkte.

In welcher Stadt und in welchem Staat er leben und arbeiten will - daran ließ der Bürgermeister keinen Zweifel. Toleranz, Freiheit des Denkens, Handelns und des Redens, bunte Vielfalt an Menschen, selbstbestimmt leben, orientiert am Grundgesetz - die Rahmenbedingungen im deutschen Badestädtchen stimmen. „Ich lebe lieber mit dem „Wildunger Gemähre“ als in einem Land, wo man für Kritik hinter Gitter geht.“ Kritisch gehe auch der Familienrat mit der Politik des Bürgermeisters ins Gericht. Zimmermann dankte seiner Ehefrau für engagierte politische Diskussionen und bescheinigte seinen Söhnen Christoph, Martin, Simon und Veith, dass sie ihn in Fragen zur jüngeren Generation „immer wieder in die Spur bringen“.

Der Bromskirchener Bürgermeister Karl-Friedrich Frese gratulierte namens der Kreisvereinigung Waldeck-Frankenberg des Hessischen Städte- und Gemeindebunds. „Das war die beste Rede, die ich seit langem gehört habe.“ Aufgabe eines Bürgermeisters sei es, in die Zukunft zu schauen und nach Visionen auszuspähen. In diesem Sinne „bin ich nicht bange um die Zukunft dieser schönen Stadt“. Ein langer Gratulations-Reigen schloss sich an, unter den zahlreichen Gästen waren auch Amtsvorvorgänger Dr. Albrecht Lückhoff, Ex-Minister Dieter Posch, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeisterkollegen, Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung sowie zahlreiche politische und private Wegbegleiter.

Die Jugendbrassband unter der Leitung von Leo Eberhardt umrahmte die Feierstunde mit anschließendem Stehempfang mit flotten Rhythmen, von „Cherry Pink“ bis „Tequila“.

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