40-Jähriger aus Frankenberg angeklagt:

Marihuana-Deal am Spielplatz des Wildunger Gartenschaugeländes

+
Handel mit Marihuana soll es auf dem LGS-Spielplatz Ende Juni 2017 gegeben haben. Die Polizei rückte damals an und nahm einen 40-jährigen Frankenberger fest, nachdem sich Anwohner über abendlichen Lärm beschwert hatten.

Wildungen/Fritzlar. „Ich habe das Marihuana nur für meine Psyche gebraucht, nicht, um damit zu handeln.“

Das erklärte vor dem Amtsgericht Fritzlar ein 40 Jahre alter Mann aus Frankenberg, der wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angeklagt ist. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht wird am Donnerstag, 15. November, ab 11.30 Uhr fortgesetzt, weil nach Überzeugung des Gerichts und der Staatsanwaltschaft weitere Zeugen vernommen werden müssen. Sechs werden zum neuen Termin geladen.

Der 40-Jährige und drei weitere Männer waren am Abend des 26. Juni vorigen Jahres an einem Spielplatz des Landesgartenschaugeländes in Bad Wildungen von der Polizei festgenommen worden, nachdem sich Anwohner über ruhestörenden Lärm beschwert hatten. Laut Anklage hatte der 40-Jährige 1,45 Gramm Marihuana bei sich, weitere 88,74 Gramm wurden in seiner Wohnung sichergestellt. Im Gartenschaugelände soll er bereits Marihuana für 125 Euro veräußert haben. Dies bestritt der Beschuldigte vehement: „Ich habe vor Ort nicht gehandelt, ich hatte nichts dabei, es war nichts an meinem Körper.“ Dass er Marihuana in seiner Wohnung hatte, räumte er ein. Er habe eine schwierige Phase hinter sich gehabt, habe Antidepressiva genommen, habe unter psychiatrischer Betreuung gestanden. Er habe Marihuana für sich selbst gebraucht, „aber nicht, um damit zu handeln“. Auch der Besitz sei ein Straftatbestand, sagte Oberstaatsanwältin Nedwed.

Der Angeklagte erklärte, er habe das Marihuana zehn Tage vorher erworben, habe ein- bis zweimal in der Woche ein bis 1,5 Gramm genommen, „um meine Psyche zu stabilisieren“. Er habe schwere Krankheiten hinter sich, unter anderem eine jahrelange Leukämie. „Ich habe nur mein Gras für mich gehabt“, betonte er.

Ein Kriminalbeamter berichtete, der Beschuldigte habe bei der Festnahme ein Feuerzeug und einen Joint in der Hand gehabt. „Ich habe nichts Kriminelles gemacht“, antwortete der Beschuldigte. Feuerzeug und Joint habe ihm einer der drei Anwesenden „in die Hand gedrückt“.

Er kritisierte, in Handschellen abgeführt worden zu sein. „Das ist stinknormale Polizeiarbeit“, sagte Richterin Corinna Eichler, „damit ist nicht gesagt, du bist der Böse.“

Zum Anklage-Vorwurf, vor der Festnahme Marihuana für 125 Euro verkauft zu haben, erklärte der 40-Jährige, diesen Betrag habe er einem guten Freund geborgt und zurück bekommen. „Mein Mandant war immer für alle da, ich glaube ihm, dass er nicht gehandelt hat“, sagte Verteidiger Helmut K. Merle. Das sei ein minderschwerer Fall. Dem widersprach die Oberstaatsanwältin. Ihr schwebe eine Freiheitsstrafe zwischen 1,3 und 1,6 Jahren vor. Fortsetzung: Donnerstag, 15. November, 11.30 Uhr. (m.s.)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare