Klettererteam installiert 39 Strahler in Höhe der Überläufe

Mauerlicht durch Profikletterer

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Nur für Schwindelfreie: Kletterer, am Seil gesichert, installieren an der Edertalsperre die 39 Strahler der Überläufe.

Edertal-Hemfurth-Edersee - Seit mehr als drei Wochen werkeln Holger Blume und seine Profikletterer in luftiger Höhe an der Sperrmauer. Aufgabe ist die Installation einer festen Mauerbeleuchtung mit 39 LED-Strahlern.

Die Illumination erlebt ihre Premiere beim großen Edersee-Fest an dem 100-jährigen Wasserbollwerk vom 11. bis 13. Juli.

Über ein in einem der beiden Torbogen platziertes Steuerpult werden die verschiedensten Lichteffekte programmiert. Bei „Regenbogen“ beispielsweise wechseln alle vorhandenen Farben durch, sicherlich begleitet von Zuschauern mit lautem Applaus.

Die Gemeinde Edertal ist Auftraggeber, den Zuschlag erhielt die Affoldener Elektro-firma Lübcke, die wiederum Blume und seine Mannschaft für die mit der Beleuchtungseinrichtung verbundenen, teilweise riskanten Kletteraktionen einsetzt.

Der Hemfurther Gärtner-meister Holger Blume, bekanntlich Mitglied der Edertaler Gemeindevertretung, hat sich mit „Klettern“ ein zweites Standbein geschaffen durch Aufbau eines Fachbetriebs für seilunterstützte Arbeitstechnik. Name: Kletterprofis Edersee. „Geballte Fachkompetenz“ für Kletterei verschiedenster Art ist, wie er selbst versichert, sein Gütesiegel. Dies beinhaltet Fassadenklettern ebenso wie Luftrettung (eben seilunterstützt) oder Höhenkletterei, etwa an den steilen Mauern von Schloss Waldeck, ein ungewöhnliches Angebot für abenteuerlustige Edersee-Gäste.

Bei der Lichtinstallation an der Mauer ist Blume quasi Bauleiter für die komplizierten Aktionen in schwindelerregender Höhe: „Wir sind angehalten, ein Optimum an Lichtqualität herauszuholen.“

Rund 800 Meter Kabel mussten unterhalb der Mauer-Fahrbahn in Höhe der Überläufe verlegt werden, weiterhin etwa 400 Meter Kabelkanäle. Die Strahler sind an der Luftseite der Mauer angebracht an sogenannten Stativen. Nicht nur einmal wurde erst bei Dunkelheit gearbeitet zur korrekten Ausrichtung der Strahler.

Zur Kletterei kam Blume über seine langjährige Mitarbeit bei der Wildunger Berg-wacht. Rund eine Woche vor der Mauer-Power garantiert der Hemfurther den rechtzeitigen erfolgreichen Abschluss der Arbeiten: „Wir liegen im Zeitplan, alles okay.“

In den vergangenen Jahren nannte sich die nur temporär für die Festlichkeit eingerich-tete Beleuchtung der Sperrmauer „Blaue Nacht“, was inzwischen aus Gründen des Urheberschutzes untersagt ist.

Über das vielfältige Programm der ersten Mauer-Power (und dann gleich im Jubiläumsformat) berichten wir in einer unserer nächsten Ausgaben.

Von Jürgen Minke

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