Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung 

Messerattacke in Bad Wildungen: Sechs junge Männer angeklagt

Wildungen/Fritzlar. In der Nacht auf den 15. Oktober 2017 wurde in der Bad Wildunger Altstadt ein 18-jähriger Gudensberger in Folge eines Streits in den Brustkorb gestochen. Der Prozess zu diesem Messerangriff läuft derzeit vor dem Jugendschöffengericht in Fritzlar.

Wegen gefährlicher Körperverletzung sitzen dort zwei Jugendliche und vier Heranwachsende im Alter zwischen 17 und 19 auf der Anklagebank. Drei von ihnen sind Deutsche, drei kamen vor Längerem als unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge nach Bad Wildungen. Die sechs jungen Männer kennen sich seit Jahren aus ihrer Zeit in Wildunger Wohngruppen freier Träger. In diesen Einrichtungen betreuen Erzieher- und Sozialarbeiterteams Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Familien leben können oder sollen.

Das Verfahren verbindet das Geschehen um die Messerattacke mit zusätzlichen Anklagen wegen Einbrüchen und Diebstählen, in die ein Teil der Angeklagten und ein weiterer Jugendlicher laut Staatsanwaltschaft verwickelt sind. Unter anderem geht es dabei um den Einbruch ins Jugendhaus sowie in Wildunger Gartenhütten voriges Jahr. Die Polizei ordnet die Beteiligten einer bunt gemischten Gruppe von rund einem Dutzend Jugendlichen und Heranwachsenden zu, die regelmäßig durch Eigentumsdelikte, Drogenkonsum, Schlägereien oder Sachbeschädigung bei den Ermittlern auffallen. 

Die kriminellen Aktionen gipfelten in der Messerattacke. Der damals schwer Verletzte schilderte bei Gericht die gefährlichen, bedrohlichen Ereignisse aus seiner Sicht. Zwar belasten Aussagen der Mitangeklagten den jungen Afghanen, der einige Wochen nach der Tat spektakulär auf dem Lidl-Parkplatz festgenommen wurde. Doch auch das Opfer kann nicht sagen, ob tatsächlich er zustach. Das Verfahren geht am 6. April weiter.  (su)

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