Stadt Bad Wildungen stellt Bebauungsplan zur Golfplatz-Erweiterung auf

Mini-Schritt hin zum 18-Loch-Platz

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Bad Wildungen - Jahrhundertsturm Kyrill hat sich seinerzeit auch in der Nachbarschaft des Golfplatzes als Holzfäller betätigt. Gründlich. Diese Fläche soll nun per Bebauungsplan reserviert werden für eine mögliche Erweiterung des Wildunger Golfplatzes auf 18 Loch in der Zukunft.

Der Planungsausschuss hat am Montagabend den Weg frei gemacht für das Aufstellen des Bebauungsplanes. Durch öffentliches Auslegen werden dann, wie üblich, auch Stellungnahmen der Bürger eingeholt. Die Stadtverordnetenversammlung soll Anfang April über das Bebauungsplanverfahren entscheiden.

Seit vielen Jahren wird am Planungsrecht für die Erweiterung gearbeitet. Seit 2004 ist das Vorhaben mit dem Regionalplan Nordhessen abgestimmt, und 2008 wurde das Projekt in den Flächennutzungsplan integriert.

2002 war der Club mit seinen Ausbauplänen an die Öffentlichkeit gegangen. Im Fokus stand damals noch das explizit formulierte Ziel, ein „Leistungszentrum Golf für Behinderte“ in Zusammenarbeit mit den örtlichen Reha-Kliniken in Bad Wildungen zu entwickeln.

Die Initiatoren zitierten wissenschaftliche Untersuchungen, dass dieser Sport den Erfolg von Reha-Kuren stützen kann, weil er es ermöglicht, Leistungs- und Koordinationsfähigkeit zurückzugewinnen. Außerdem könnten sich Menschen mit und ohne körperliches Handicap bei gleichen Chancen miteinander messen.

Um ein Leistungszentrum einrichten zu können, bedurfte es nach damaliger Lesart eines 18-Loch-Golfplatzes. Auf dieser Argumentationsgrundlage versuchte der Golf-Club, für sein Vorhaben Fördergelder der öffentlichen Hand zu erhalten. Die Unterstützung blieb aus.

Das Ziel einer Erweiterung wurde nicht zu den Akten gelegt. Die Frage der Finanzierung ist aber nach wie vor ungeklärt. Der nun diskutierte Bebauungsplan würde auch eine schrittweise Verwirklichung ermöglichen. Im Wesentlichen müsste der Club die Finanzierung dabei in Eigenleistung stemmen.

Der erste Bauabschnitt gemäß Bebauungsplan würde sich über eine Fläche von acht Hektar erstrecken. Vorgesehen ist laut Stadtverwaltung außerdem, entlang der Reichardtstraße einige Baugrundstücke auszuweisen.

Ob der Club diese Grundstücke verkaufe, hänge von der Gesamtfinanzierung des Projekts ab, gibt Bürgermeister Volker Zimmermann in einer Pressemitteilung bekannt. Die Stadt Bad Wildungen gehe mit der Schaffung des Planungsrechts keine finanziellen Verpflichtungen ein, fügt er hinzu.

Im Zuge des Verfahrens für den Bebauungsplan würden die Belange des Natur- und Artenschutzes detailliert abgearbeitet. Die Realisierung eines Golfplatzes im Wald sei nicht alltäglich.

Daher wurden frühzeitig örtliche Fachleute und die Fachbehörden in den Planungsprozess mit einbezogen.(su)

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