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Mitreißendes Come(dy)back der „ThalentBude“ Bad Wildungen

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Eröffneten begeisternd endlich wieder die „ThalentBude“: (vorne von links) Micha Marx, Gastgeber Pierre Schäfer, Constantin Pukownick, (stehend von links) einfach Helena, Timur Turga, Torsten Schlosser und Julia Jünger.
Eröffneten begeisternd endlich wieder die „ThalentBude“: (vorne von links) Micha Marx, Gastgeber Pierre Schäfer, Constantin Pukownick, (stehend von links) einfach Helena, Timur Turga, Torsten Schlosser und Julia Jünger. © Barbara Liese

Ausgebuchte Show, begeistertes Publikum: die Rückkehr der ThalentBude ins Theater am Bunker hätte nach der Corona-Pause nicht besser gelingen können.

Bad Wildungen – Mit einem bunten und spannenden Mix verschiedener Genres begrüßte Comedian und Moderator Pierre Schäfer die gut gelaunten Gäste. „Man spürt richtig, dass die Leute wieder raus und Spaß haben wollen. Ich freue mich riesig. Es ist großartig, wie die Künstler und das Publikum uns nach so langer Pause wieder mittragen“.

Das Duo FogelF aus Gießen, mit Constantin Pukownick, Gesang und Gitarre und Helena auf der Geige fordert mit eigenen politischen Liedern dazu auf, in der Gesellschaft wach zu sein. „Die Lieder sollen uns helfen, den Mut zu finden, etwas zu verändern. Die Freude zu spüren, was passieren kann, wenn man nicht nur von einer guten und gerechten Welt träumt.“

ThalentBude Bad Wildungen überrascht Publikum aus Tradition

Es ist gute Tradition der ThalentBude Bad Wildungen, Künstler vorzustellen, die ihr Publikum überraschen. Der 24-jährige Timur Turga aus Troisdorf ist blind. Sein Blindenstock ist für ihn Requisite und reales Hilfsmittel in einer vom Visuellen dominierten Welt. Mit viel Witz erzählt er von seinem Leben, von Menschen, die ihm vor allem dann helfen wollen, wenn er gar keine Hilfe braucht oder von seinen gescheiterten Versuchen, bei Tinder eine Partnerin zu finden. Alle lachen gemeinsam in dem allmählichen Erkennen, dass Humor die Welt mit dem Herzen betrachtet, nicht mit den Augen.

Micha Marx, aus Esslingen, hat für seine Geschichten einen Laptop und Beamer mitgebracht. Live lässt er krakelige Figuren auf dem Bildschirm entstehen und lauscht gespannt auf die dazu passenden Anekdoten. Sein Witz und seine Selbstironie hauchen dem dicker werdenden Vater, toten Hamstern und überdimensionierten Schwimmlehrern mehr Leben ein als man von Krakelfiguren erwartet. ‚’Kritzel - Klamauk und Comic-Comedy’ nennt der Schwabe sein Genre und jedes Wort hält, was es verspricht.

Erinnerungen, Wünsche, Träume in Worten und Noten

Die Texte und Melodien von Julia Jünger aus Leipzig erzählen von ihren Erinnerungen, Wünschen und Träumen. Zu ihrer E-Gitarre hat sie Beats mitgebracht, die die melancholischen Songtexte in bester Songwriter-Pop-Manier begleiten. Julia Jünger will im kommenden Jahr ein Album vorstellen. Der Titelsong ‘All in’ erzählt von den Träumen, an die sie glaubt. Er ist eine Hommage an den Wagemut und das Vertrauen in die eigene Kraft. Sie spielt ihn in der ThalentBude ohne Beats nur mit ihrer Gitarre, leise und zart.

‚Leise und zart’ ist nicht gerade das, was man denkt, als Torsten Schlosser die Bühne betritt. Er hebt sein Glas, trinkt auf das Publikum und den gelungenen Abend. Unablässig läuft er in großen Schritten über die Bühne. Tabuthemen kennt er nicht. Er schimpft über die, die in der Corona-Zeit zu viel Speck angelegt haben oder über die, die statt eines Glases guten Weines nur noch heißen Ingwertee trinken. Starke Worte und große Gesten passen zu seinem Ruf als Anarchist unter den Comedians. Mit seinem Schlager ‚Affenpocken sind keine Artischocken’ beendet er singend und tanzend den Abend. Eigentlich: Doch die ThalentBude ist eben anders. Das Publikum wünscht sich noch einmal Helena auf die Bühne. Es wird still im Saal, alle lauschten den zarten Klängen ihrer Geige. Langer Beifall und ein sofort beginnender Vorverkauf für den 3. Dezember belohnen das Team der Kleinkunstbühne und die Kunstschaffenden. (Barbara Liese)

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