Nach neun Jahren beim Gästeinformationszentrum auf der Zielgeraden

Montag auf Standortsuche

Giflitz - Ein rauer Ton herrschte am Donnerstagabend im Planungsausschuss: Verbale Scharmützel eröffneten die Debatte. Am Ende wurden das Gästeinformationszentrum an der Edertalsperre in mittlerer Ausbauvariante und der Abriss der Toilettenanlage beschlossen.

Nach dem knappen Votum im Gemeindeparlament von 16:14 Stimmen für einen Neubau und damit gegen das Haus Fiss wollte der Planungsausschuss unter Leitung von Gerd Hartmann (CDU) bei der Planung ins Detail gehen.

Aber noch vor Beginn der Debatte prangerten unzufriedene Abgeordnete „mangelhafte Vorbereitung der Sitzung“ an und machten ihrem Ärger Luft. Allen voran Harald Wieck (CDU): „Das Mindeste, was ich erwartet hätte, wären ein paar Pläne an der Wand gewesen.“ Holger Blume (WIR-Fraktion) blies ins selbe Horn. „Die Sitzung wurde nicht korrekt vorbereitet.“

Scharf konterte Bürgermeister Klaus Gier mit Blick auf den Fraktionsvorsitzenden der CDU und die jahrelangen Diskussionen. „Wer jetzt noch nicht weiß, wie viele Varianten zur Verfügung stehen, dem kann ich leider nicht mehr helfen.“

Erschrocken verfolgte Annegret Schultze-Ueberhorst (FDP) den Schlagabtausch: „Was hier läuft, das hat es in der Vergangenheit nicht gegeben.“ Karl-Heinrich Neuschäfer (SPD) leitete zur Tagesordnung über und glättete damit die Wogen. Die SPD-Fraktion befürworte die mittlere Lösung – Variante II, mit einem 26 Meter langen Gebäudetrakt, dezent an den Hang gebaut.

Darauf hatte sich auch die CDU geeinigt. Wieck unterbreitete einen Standortvorschlag: Eingerahmt zwischen der Spirale links und dem Brunnen an der rechten Gebäudeseite. „Dies halten wir für die geschmeidigste, kostengünstigste und schönste Variante.“ Von allen Seiten falle der Blick auf die Edertalsperre, vorausgesetzt die Toilettenanlagen verschwänden vom Sperrmauervorplatz. Das vierstöckige Gebäude Fiss, inzwischen noch für 190 000 gehandelt, sei für ein Gäste-Infozentrum nicht zeitgemäß und könne dem Markt zugeführt werden. „Es bisschen Konkurrenz tut dem Sperrmauervorplatz gut. Das was jetzt läuft, ist unbefriedigend und wird der Besucherresonanz von 2 Millionen Gästen pro Jahr nicht gerecht.“

Im neuen Gästeinfozentrum soll die Edersee-Touristic ein neues Domizil finden. ET-Geschäftsführer Claus Günther verfolgte trotz Urlaubs die Ausschusssitzung. „Für uns ist es einfach wichtig, dass eine Entscheidung getroffen wird und dass nach über neun Jahren endlich was passiert.“ Die Situation sei nicht mehr tragbar in der engen Inforöhre auf der Sperrmauer ohne Wasseranschluss und WC.

Widerstand gegen den Abriss der Toilettenanlage meldete Blume an. Das Örtchen sei inzwischen sauber und gepflegt, ein Abriss unnötig. Kopfschüttelnd ergänzte Hartwig Landskron (FWG): „Eine Toilette mit 15 Jahren abzureißen – ich weiß nicht, ob das richtig ist.“ – „22 Jahre“, warf Wieck ein, „und wir haben heute eine beleuchtete Sperrmauer“. Nach Ansicht von Markus Jungermann (SPD) bringe der Neubau auf jeden Fall „die Qualität der Toiletten enorm nach vorn“.Nach weiteren Detailfragen beschlossen die Ausschussmitglieder mit 3:2 Stimmen die 557 000 teure Variante II, inklusive Abriss der Toiletten. Öffentliche WCs sollen im Gästeinformationszentrum untergebracht werden.

Den Standort des neuen Gebäudes an der Edertalsperre will der Ausschuss bei einem Ortstermin am Montag um 18.30 Uhr am Sperrmauervorplatz festzurren. (Conny Höhne)

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