Kurz vor Auflösung noch Anregungen für die Badestadt geholt

Museumsteam aus Bad Wildungen die letzte Besuchergruppe im Helsaer Kinomuseum

Bad Wildunger Museumsmitarbeiter im „Musik-Radio-Kinomuseum“ in Helsa in den Sitzreihen des legendären Kasseler „Kaskade-Kinos“. Foto: Senzel

Bad Wildungen. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter der Bad Wildunger Museen besuchten das „Musik-Radio und Kinomuseum“ in Helsa.

Museumsgründer Werner Baus zeigte seine urige Sammlung und demonstrierte die Funktion einer Reihe von über 100 Jahre alter mechanischer Musikinstrumente wie Drehorgeln, Pianolas, Orchestrionen und Phonographen.

Nachdem er als junger Mann eine alte Spieluhr auf dem Dachboden seines Elternhauses gefunden hatte, war die Begeisterung für mechanische Musikinstrumente geweckt, schwelgte Baus in Erinnerungen. Schon bald gab er seinen Beruf als Versicherungskaufmann auf, wurde Orchestrion-Restaurator und seine Sammlung wuchs. Er spürte Objekte in ganz Deutschland auf, vor allem in der ehemaligen DDR.

Baus kaufte und restaurierte die Stücke. Zeitweise hatte er mit 400 Teilen die größte Orchestrionsammlung der Welt. Seine mechanischen Instrumente erfreuen heute in vielen Ländern der Erde die Betrachter und Hörer.

Dann kamen auch Tonmöbel aus den 50-er bis 70-er Jahren hinzu und Exponate aus 100 Jahren Kasseler Filmgeschichte. „1910 hatte das neue Medium der bewegten Bilder, die „Kinomatographie“ auch Kassel erreicht. Der Sammler versuchte später, das Kaskade-Premierenkino mit seiner Wasserorgel vor dem Verfall zu retten – allerdings vergeblich. Immerhin konnte er einige wertvolle Stücke aus dem Kino für sein Museum retten, darunter einen Teil der Bestuhlung und auch den Leuchtschriftzug des legendären Kasseler Filmtheaters.

In den originalen Kaskade-Sitzreihen sahen die Bad Wildunger Museumsbesucher einen Film über die Geschichte des Lichtspielhauses und Kinowerbung aus den 50-er Jahren, wie das HB-Männchen mit „Wer wird denn gleich in die Luft gehen“ oder den damals bekannten „Sarotti-Mohr“.

Geschichte der drei Wildunger Kinos aufarbeiten

Die Bad Wildunger bedauerten, dass sie die letzte Besuhergruppe im „Musik-Radio-Kinomuseum“ waren, denn der Mietvertrag läuft aus, und Baus löst seine einmalige Sammlung auf. Einige Anregungen hat das Wildunger Museumsteam aufgenommen für eine Ausstellung, die für 2019 im Kurmuseum vorbereitet wird und in der die Geschichte der ehemaligen drei Bad Wildunger Kinos – Astoria, Central und Capitol – gezeigt werden soll.

Weller: „Der Ausflug sollte ein Dank der Stadt für die im zu Ende gehenden Jahr geleistete Arbeit sein.“ 

Von Werner Senzel

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