Edertaler Posaunenchor lässt beliebte Fernsehsendung aufleben

Musik mit Tuba und Gartenschlauch

„Waldecker Bläserquartett“: Michael Heinze (Trompete), Daniela Kamm, Illona Kamm (Posaunen) und Kai Pieger (Tuba). Fotos: Senzel

Edertal-Affoldern - Das Frühlingskonzert des Edertaler Posaunenchors wurde zu einer amüsanten Neuauflage der Fernsehsendung „Wetten dass...“.

Eine festliche Prelude aus dem „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier eröffnete das Konzert in der Festhalle. Die „Europafanfaren“, die stets die TV-Sendung „Wetten, dass“ einleiten, werden seit Ausscheiden des Moderators „Thomas-Gottschalk-Gedächtnis-Melodie“ genannt.

„Wo ist denn Chorleiter Reckhard Pfeil?“, wunderten sich viele Konzertbesucher, als die Eröffnungsfanfaren überraschend von Illona Kamm dirigiert wurden. „Michelle“ Katharina Unzicker - eine Parodie auf Michelle Hunzicker aus der Fernsehsendung - kündigte eine „musikalische Liveshow aus Affoldern“ an. Und schon kam Thomas Gottschalk höchst persönlich - alias Reckhard Pfeil, mit blonder Perücke und flippigem Dress. „Als arbeitsloser Moderator kann ich ja auch mal die Show in Affoldern übernehmen.“ Es wurde ein amüsanter musikalischer Abend mit Gags und Überraschungen, solistischen Einlagen, Tänzen und sogar mit einer Saalwette: „Wetten, dass nachher alle eine Melodie auf einem Stück Gartenschlauch mit dem Bläsern gemeinsam spielen?“

„Happy Music“

Beim Frühlingskonzert des Edertaler Posaunenchores wurde es keinem auch nur eine Minute langweilig.

Im Mittelpunkt des kurzweiligen Frühlingskonzertes stand die Musik. Präsentiert wurden Werke „querbeet“ durch die Bläser-Literatur. Die „Trumpets of Jericho“ von Enrique Crespo standen auf dem Programm, Filmmusik aus „Fluch der Karibik, Andrew Lloyd Webbers Melodien aus „Jesus Christ Superstar“, Rod Stewarts „Sailing“, und der Schmusesong „Wo die Liebe bleibt“, ein Werk moderner Bläser-Literatur von Jochen Rieger. Der Name des James-Last-Titels „Happy Music“ war Programm des Abends. Dass die Musik vieler Stilrichtungen mit homogenem Orchesterklang so authentisch klang, so technisch perfekt, musikalisch und melodisch gefällig bei den Zuhörern angekommen ist, das lag entscheidend an den sorgfältigen Proben mit Orchesterchef Reckhard Pfeil. Geschickt und einfühlsam hat er viele Arrangements für seine Musiker maßgeschneidert, für jeden die Noten „bläsergerecht“ geschrieben. Perfekt war die rhythmische Begleitung von Max Jung-Poppe und Niels Kolbe an Pauken und Schlagzeug.

Gefallen haben das Bläser-Duo Daniela Kamm und Miriam Pfeil mit den Bläserkapriolen „Jacky“ von Otto Schwarz und das Waldecker Bläser-Quartett mit Michael Heinze, Trompete, Daniela Kamm/Posaune, Illona Kamm/Posaune und Kai Pieger/Trompete/Tuba mit einer wunderschönen Bläserversion von George Gershwins „Summertime“.

Besonders schön die Interpretation des „Tiefen Blechs“ (Tuba, Posaunen, Hörner) von Magne Michels „Cent mille chansons“ - eine Melodie um Träumen - wären die Bläser nicht so „schön“ laut gewesen.

Bläser Valentino Blum präsentierte sich als vielseitiger Musiker, er spielte souverän zwei Werke auf dem Piano.

Stürmischer Beifall belohnte die flotten Schautänze des Meistertanzpaars Nora Härlin und Christian Bergmann von der Tanzschule Mundhenke. Da gab es wie bei „Let’s Dance“ im TV auch eine Wertung: die volle Punktzahl - zehn. Wie immer ließ das Publikum die Bläserinnen und Bläser nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen.

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