Giflitz

NABU empört: Hund jagt Edertaler Storch

- Edertal-Giflitz. Das Edertaler Weißstorch-Männchen wartet immer noch auf die Rückkehr des Weibchens. Ab und an steht es auf dem Nest, bessert dieses aus oder betreibt Gefiederpflege. Meist ist er aber unterwegs aufder Suche nach Nahrung. Und die ist jetzt knapp.

Regenwürmer sind neben Mäusen die wichtigste Nahrungsquelle. Da ist ein Großvogel lange unterwegs, bis der Magen einigermaßen gefüllt ist.

Über einen aktuellen Vorfall am vergangenen Freitag ist der Naturschutzbund Edertal (NABU) empört. Eine Frau ließ ihren Hund, vermutlich einen Cockerspaniel, frei laufen. Dieser jagte den Storch, der auf einer Wiese in Nestnähe Nahrung suchte. Eine Familie, die gerade dort spazieren ging, sprach die Hundehalterin deswegen an. Diese, so berichtet, die Edertaler Familie,zeigte sich jedoch völlig uneinsichtig. Sie lebe auf dem Land, da dürfe man einen Hund frei laufen lassen.

NABU-Vorsitzender Wolfgang Lübcke verwies auf die Gefahr, die das rücksichtlose Verhalten der Hundebesitzerin für den Storch bedeute. Gerade bei den niedrigen Temperaturen und dem erneuten Wintereinbruch sei der Energieverlust des Storches durch das Hetzen mit dem Hund sehr prekär. Außerdem mache sich die Hundehalterin nach dem Hessischen Naturschutzgesetz strafbar. In § 36 heißt es: „Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen.“ In Naturschutzgebieten sei das Freilaufen von Hunden zusätzlich untersagt. Im Wiederholungsfalle sehe sich der NABU zu einer Anzeige gezwungen.

Foto: Hermann Sonderhüsken

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