Mann verletzte Frau schwer am Kopf - Richter: "In grenzenloser Wut gehandelt"  

Nach Hammer-Attacken in Wildungen: 25-Jähriger muss sieben Jahre in Haft

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Bad Wildungen/Kassel. Der 25-jährige Wildunger, der am 30. September 2017 in der Kurstadt zwei Menschen mit einem Hammer attackierte und verletzte, muss für sieben Jahre ins Gefängnis.

Die sechste große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Volker Mütze verurteilte ihn gestern zu dieser Freiheitsstrafe: zum einen wegen gefährlicher Körperverletzung und zum anderen wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Der Mann nahm das Urteil sichtlich geschockt auf. Nach eigenen Angaben erinnert er sich an seinen massiven Gewaltausbruch wegen seines damaligen Alkohol- und Drogenrausches nicht mehr. Seit zehn Monaten sitzt er in Untersuchungshaft und dabei bleibt es auf Anordnung der Strafkammer. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Der 25-Jährige kann in Revision gehen.

Am Tatabend trank er eineinhalb Flaschen Wein, konsumierte Haschisch und Ecstasy, bevor er mit Beil und Hammer bewaffnet zur Wohnung eines Bekannten eilte, der ihm seit Monaten 50 Euro schuldete. „In grenzenloser Wut“, wie Mütze erläuterte, wollte der Wildunger das Geld eintreiben. Er gelangte durch die unverschlossene Haustür zur Wohnungstür des Schuldners, klingelte, schlug die Tür mit dem Beil ein und ging auf den Bewohner los. Im Gerangel verletzte er ihn mit dem Hammer leicht am Hinterkopf. Weil der Schuldner sich an keine Details erinnert, wertete die Kammer dies als gefährliche Körperverletzung.

Dann aber attackierte der 25-Jährige eine Nachbarin, die schlichten wollte, mit harten Hammerschlägen und verletzte sie schwer am Kopf: nach Ansicht des Gerichts ein Mordversuch, denn der Angreifer nahm den möglichen Tod der mutigen Zeugin billigend in Kauf. Er habe sie aus dem Weg räumen wollen, um seinen säumigen Schuldner weiterhin durch massiven Gewalteinsatz zum Zahlen der 50 Euro zu bringen. 

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