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Nach zweijähriger Zwangspause kehrt das Folkfestival Bad Wildungen Ende Juli zurück

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Von: Matthias Schuldt

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Am Schlossberg, in der Nikolai-Kirche, beginnt das Folkfestival 2022. Alle Beteiligten hoffen, dass es künftig ganz zurückkehren könnte nach Altwildungen, aus dem Kurpark in den Hof von Schloss Friedrichstein: (von links) Thorsten Stiehl, Gereon Schoplick, Jürgen und Olaf Weste, Ute Kühlewind und Ralf Gutheil.
Am Schlossberg, in der Nikolai-Kirche, beginnt das Folkfestival 2022. Alle Beteiligten hoffen, dass es künftig ganz zurückkehren könnte nach Altwildungen, aus dem Kurpark in den Hof von Schloss Friedrichstein: (von links) Thorsten Stiehl, Gereon Schoplick, Jürgen und Olaf Weste, Ute Kühlewind und Ralf Gutheil. © Matthias Schuldt

Nach der Zwangspause 2020 und den Einzelkonzerten 2021 gibt es Ende Juli im Kurpark das 26. Folkfestival Bad Wildungen. Das Auftaktkonzert ist in der Nicolai-Kirche Altwildungen.

Bad Wildungen – Stadtmarketing-Veranstaltungsleiter Gereon Schoplick stellt das Programm gemeinsam mit Geschäftsführerin Ute Kühlewind, Bürgermeister Ralf Gutheil und den langjährigen Sponsoren Firma Weste und Waldecker Bank vor. Die altbewährte Strategie fürs Repertoire besteht laut Schoplick darin, nicht auf Altbewährtes zu setzen, sondern jedes Jahr Neues, Überraschendes aus der Szene zu bieten und bewusst die Grenzen des Folk im engeren Sinne zu überschreiten. „Man hört Instrumente, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt“, fügt Ralf Gutheil aus der Perspektive des leidenschaftlichen Hobby-Trompeters hinzu.

Gespräche über Rückkehr des Folkfestivals ins Schloss Friedrichstein

„Die große Abwechslung macht das Folkfestival aus im Unterschied zu vielen anderen Veranstaltungen, bei denen ich vorher weiß, wann welche Band wieder spielt“, sagt Olaf Weste, der den Staffelstab von seinem Vater beim Sponsoring aus diesem Grund übernommen hat. „Es war ein Risiko, auf nicht Gängiges zu setzen, als wir 1996 zum Start mit einstiegen, aber es war die richtige Entscheidung“, freut sich Jürgen Weste. Thorsten Stiehl sieht das für die Waldecker Bank ebenso und erinnert sich, wie er als Kind schon die Ankündigungsplakate für „Folk im Schloss“ wahrnahm.

Seit 2013 wurde daraus „Folk im Park“, weil der Schlosshof nicht mehr zur Verfügung stand. Doch es gibt Hoffnung für auf eine Rückkehr an die alte Heimstätte, berichtet Ute Kühlewind: „Gespräche mit den Museumslandschaften Hessen Kassel laufen.“ Alle Beteiligten heben hervor, wie der Karree-Charakter der historischen Kulisse, traditionelle Klänge und Gesänge aus aller Welt sich zu einer speziellen Atmosphäre verdichteten. Der weitläufigere Kurpark leiste das so nicht.

Nur bei Unwetterwarnung Umzug vom Kurpark in den großen Saal der Wandelhalle

Nicht zuletzt deshalb wahrte das Stadtmarketing eine Tradition trotz des erzwungenen Umzuges: das Auftaktkonzert des Folkfestivals in der Altwildunger Nicolaikirche. „Die Kombination aus sakralem Umfeld bei zugleich großer Nähe zu den Musikern macht den Reiz aus“, erklärt Schoplick. Zugleich hielt das Festival so Kontakt zu seinem ursprünglichen Austragungsort. Bis zu 300 Gäste werden 2022 zum Auftakt in der Kirche erwartet. Trotz Corona-Sommerwelle werde die Publikumskapazität nicht reduziert, „aber wir empfehlen sehr nachdrücklich das Tragen von Masken in der Kirche und die Türen bleiben geöffnet“, unterstreicht Ute Kühlewind.

Die übrigen Konzerte bespielen die Bühne der Musikmuschel an der Wandelhalle. „Nur bei Unwetter-Vorhersagen für den jeweiligen Tag würden wir morgens um 9 Uhr entscheiden, in den großen Saal der Wandelhalle zu gehen“, kündigt Schoplick an. Regenschauer böten für einen solchen Umzug allerdings keinen Anlass.

Folkfestival Bad Wildungen: Ticketservice und Programm

Tickets kosten für Freitag und Sonntag je 20, für Samstag 24 Euro, und die Festivalkarte kommt auf 39 Euro pro Person. Getränke und Speisen ab 18 Uhr. Kartenservice: in den Tourist-Infos Bad Wildungen und Reinhardshausen oder unter www.bad-wildungen.de/tickets.

Nina Ogot und ihre Band setzen den Schlusspunkt des Folkfestivals 2022.
Nina Ogot und ihre Band setzen den Schlusspunkt des Folkfestivals 2022. © Ogot/pr

Das Programm vom 29. bis zum 31. Juli:

Freitag, 19.30 Uhr, Nicolai-Kirche Altwildungen: Duduk trifft Zither und Bassklarinette. Klänge voller Tiefe und Schönheit lässt der britische Multiinstrumentalist Cron-shaw etwa an Zither und finnischer Kantele entstehen, im Zusammenspiel mit Tigran Aleksanyan als Meister auf der Duduk, dem armenischen Nationalinstrument: einer aus Aprikosenholz gefertigte Oboe. Dritter im Bunde ist Ian Blake mit seiner Bassklarinette.

Samstag, 19 Uhr, Musikpavillon Wandelhalle: die Allan Poteon Carribean Steelband spielt Merengue, Calypso und Salsa. Steelpans wurden ursprünglich aus Ölfässern hergestellt und sind mit ihrem unverwechselbaren Klang zum Sinnbild lebensfroher karibischer Musik geworden. Poteon stammt aus Trinidad & Tobago und lebt heute in Deutschland.

Um 20.30 Uhr folgen „Sväng“ aus Finnland. Die vier charmanten Herren haben in den letzten Jahren neue Standards für das Ensemblespiel auf der Mundharmonika gesetzt – und das sowohl im Hinblick auf Repertoire als auch Spieltechnik. Mit einem ebenso anspruchsvollen wie unterhaltsamen Programm aus Eigenkompositionen und Arrangements klassischer Musik überzeugen die Mundharmonika-Visionäre Publikum und Fachwelt.

Am Sonntag, ab 15 Uhr, tritt im Musikpavillon an der Wandelhalle Nina Ogot mit Band auf mit melodischer Afropop-Fusion. Nina Ogot startete 2008 ihre musikalische Karriere. Seitdem hat die Sängerin, Gitarristin und Songwriterin den Sound ihrer Heimat vor allem als akustische Musik in die Welt getragen. Doch mit ihrem neuesten Werk „Dala“ erfüllte sich die Kenianerin den Traum, ihre Songs im vollen Sound einer großen Besetzung zu präsentieren. Satte Bläsersätze, pulsierende Grooves, feiner Chorgesang machen Lust zu tanzen. Das Sahnehäubchen ist Nina Ogots warme, souverän diesen Klang krönende Stimme. (Matthias Schuldt)

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