Bundesfachschule für Modell- und Formenbau hilft Rennwagen der TU Darmstadt auf die Piste

Nase aus Wildunger Präzisionsarbeit

Bad Wildungen - Schnell, leicht und erfolgreich: Der neue Rennwagen der Technischen Universität Darmstadt startet am 27. Mai in die Saison. Mit dabei ist die Bundesfachschule für Modell- und Formenbau an der Holzfachschule. Die Formen für die Nase und ein Bauteil der Heckabdeckung stammen aus den Bad Wildunger Präzisionswerkstätten.

Weniger als 3,5 Sekunden von 0 auf 100, knapp einen Meter hoch und 200 Kilogramm leicht - das sind die Kenndaten des aktuellen Modells „theta 2013“. Wesentlich für die Leistung des Boliden ist die Aerodynamik. Und die ist weiter verbessert worden, wie Florian Besthorn vom Dart-Racing-Team der TU Darmstadt sagt. Nicht zuletzt wegen der zwei Komponenten, die nach Modellen aus der Bad Wildunger Modell- und Formenbauschule entstanden. So sei zum einen die Nase wichtig, um den Luftwiderstand zu verringern. Sie wurde nach einem Urmodell gefertigt, das die Fachleute der Bundesfachschule gefräst haben. Und zum anderen würde der Wagen ohne Heckabdeckung erst überhaupt nicht zu den Rennen zugelassen.

Angetrieben von zwei Elektromotoren

Das typisch ohrenbetäubende Röhren des Motors fehlt übrigens völlig. „Der neue Wagen wird wieder einen elektrischen Antriebsstrang haben“, erklärt Besthorn. Flüsterleise flitzt der „theta 2013“ über die Piste, angetrieben von zwei Elektromotoren mit 85 Kilowatt Leistung.

Die Bundesfachschule steht den Rennwagenbauern schon zum zweiten Mal zur Seite. Den Startschuss für die Zusammenarbeit gab 2012 eine Anfrage der TU Darmstadt. Das Racing-Team bat um Hilfe bei der Fertigung von Bauteilen für den achten Rennwagen, wie Norbert Diel von der Bundesfach-schule sagt, eine Zusammenarbeit, auf die das Team beim aktuellen, neunten Renner zurückgekommen ist.

Norbert Diel beschreibt, wie die Beteiligung der Bad Wildunger Schule aussah: „Nachdem wir den Rohling und die CAD-Daten der Zieloberfläche von den Studenten bekom-men hatten, haben wir die Rohlingsdaten mit einem Scanner eingelesen und mit den CAD-Daten zusammen geführt. Dann wurden die Bauteile zunächst virtuell und abschließend tatsächlich gefräst.“

Das sei eine durchaus all-tägliche Aufgabe für Modell- und Formenbauer. Schließlich ist der Karosseriebau ein wichtiges Einsatzgebiet, erklärt Diel. „Modell- und Formenbauer werden immer dann gebraucht, wenn völlig neue Ideen und Berechnungen in konkrete Bauteile und Werkstücke übersetzt werden müssen.“

Weitere Zielbranchen sind die Gießereibranche, der Werkzeugbau, aber auch die Haushalts- und Spielwaren-Industrie, der Schiffbau sowie die Luft- und Raumfahrttechnik. Die Bundesfachschule bildet Fachleute für diese Branchen seit mehr als 40 Jahren aus.

Auf Platz 22 in der Weltrangliste

Das Racing-Team der TU Darmstadt hat sich der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung auf dem Gebiet des Fahrzeugbaus verschrieben. 45 Studierende aus den Fachbereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informa-tik und Wirtschaftsingenieurwesen gehören in der Saison 2013 dazu. Ziel jedes Teams ist die Entwicklung und Fertigung eines Rennwagens und die Teilnahme an der Formula Student/SAE in Hockenheim. Auch internationale Wettbe-werbe sind auf dem Plan. Das Darmstädter Team ist derzeit auf Platz 22 der Weltrangliste der Formula Student Electric.

Präsentiert wird der neue Wagen am Montag, 27. Mai, ab 17.30 Uhr im Haus für Industriekultur, Kirschenallee 88, in Darmstadt. (r)

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