Findelpferd lebt inzwischen in Netze bei Nicol Friderritzi

„Nayla“ geht es gut im neuen Zuhause

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Waldeck-Netze - Findelpferd „Nayla“ hat ein neues Zuhause. Die junge Stute lebt bei Nicol Friderritzi in Netze, die das Tier von der Böhnerin Conny Ostermann übernommen hat. Prächtig hat sich der hübsche Schecke in seiner neuen Heimat entwickelt.

Keine Spur mehr von der großen Scheu und der Angst vor unbekannten Geräuschen, die Conny Ostermann an dem Pferd festgestellt hatte. Wer der ursprüngliche Eigentümer des Tieres ist, wird wohl ein Geheimnis bleiben. „Nayla hat weder ein Brandzeichen noch trägt sie einen Chip, und die Behörden haben auch nichts herausgefunden“, fasst Nicol Friderritzi den aktuellen Stand zusammen. Dennoch dauert es bis Ende September, bevor Nayla rechtlich einen neue Besitzer bekommt. Bis dahin hätte der alte theoretisch noch die Möglichkeit sich zu melden. Nicol Friderritzi übernimmt das Tier nicht selbst, sondern der 2013 von ihr und weiteren Interessierten gegründete Tierschutzverein „Tierhilfe Fritzi und Freunde“ will im Herbst die Stute auf sich eintragen lassen. „Schön wäre es natürlich, wenn wir einen Paten für das Pferd fänden“, fügt Nicol Friderritzi hinzu. Seit geraumer Zeit nimmt sie Tiere auf, denen eigentlich der Gang zum Schlachthof bevor stand: neben Pferden zum Beispiel auch Hühner und Enten. Aus diesem Engagement geht der neue Verein hervor.

Nayla zeige sich in ihrer neuen Umgebung sehr zutraulich und habe sofort Vertrauen zu der bestehenden Pferdeherde von Nicol Friderritzi gefasst, erzählt die Netzerin. Schon das Abholen im Pferdehänger aus Böhne sei leichter von statten als zu befürchten stand. „Nayla ist einfach ein sehr junges Pferd, das ich auf eineinhalb bis maximal zwei Jahre schätze. In der Natur würde es vielleicht noch gesäugt“, meint Nicol Friderritzi.

Die erste Hufpflege und den Besuch des Schmiedes habe das junge Tier bereits hinter sich gebracht. Die Netzerin will nicht ausschließen, dass Nayla, wenn sie erst drei bis vier Jahre alt ist, noch zu einem Reitpferd werden könnte. Bis dahin bleibt allerdings Zeit, in der sich die junge Stute weiter in ihrer neuen Umgebung einleben kann. Auf ihren Namen höre sie bestens, ergänzt Nicol Friderritzi.

Weshalb Nayla vor etwa zwei Monaten frei in der Umgebung herumlief, darüber kann auch Nicol Friderritzi nur spekulieren: „Der Besitzer könnte schlicht mit dem Pferd überfordert gewesen sein, vielleicht in finanzieller Hinsicht.“ Es gebe Länder, in denen Pferde nicht zuletzt aus solchen Gründen massenhaft ausgesetzt würden.

Tierhilfe

Rund 20 Mitglieder zählt die neue „Tierhilfe Fritzi und Freunde“ in Netze. Sonntags treffen sich Mitglieder und Interessierte zwischen 11 und 15 Uhr in Fritzis Reitshop, um Aktuelles zu besprechen. Die Eintragung des Vereins beim Amtsgericht befindet sich nach Angaben von Nicol Friderritzi im Antragsverfahren. Die Vorprüfung durch das Finanzamt sei positiv ausgefallen. Der Verein hat sich nach Angaben der Netzerin nicht allein den Schutz von Tieren zum Ziel gesetzt, sondern will finanzschwachen Besitzern von Tieren durch Beratung und anderweitige Unterstützung eine artgerechte Haltung ihrer Lieblinge ermöglichen. Generell wolle man beraten, auch wenn es um die Anschaffung von Tieren gehen, fügt Nicol Friderritzi hinzu. Die Tierhilfe versuche außerdem, Paten zu finden, die die Kosten trügen für einzelne, in Not geratene oder zwecks Gnadenbrots vom Verein aufgenommene Tiere. Ein Spendenkonto unter der Nummer 5205220 wurde eingerichtet bei der Waldecker Bank, BLZ: 523 600 59. Weitere Infos unter Tel. 05634-518.(su)

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