Richtfest für Wildunger Seniorenwohnanlage ein Beleg für wachsende Beliebtheit der Stadt bei Auswärtigen

Neubürger aus Frankfurt und Quatar

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Bad Wildungen - „Fritzlar macht´s richtig, da bauen sie eine Senioren-Wohnanlage nach der Anderen“, meinte ein Wildunger in diesen Tagen. Neidvolle Blicke aus der Kurstadt Richtung Domstadt haben Konjunktur. Zu Recht auch in dieser Frage?

Das Thema habe eine Zeit lang geschlafen in Bad Wildungen, „aber ich habe immer an diese Stadt geglaubt“, sagt Ulrich Lenk vom gleichnamigen Architekturbüro mit eingebundener Projektgesellschaft. Das Unternehmen ist Bauherr einer barrierefreien Anlage mit elf Eigentumswohnungen, die aktuell in der Laustraße 22 errichtet wird. Am Dienstagmorgen war Richtfest. Lenks Gesellschaft investiert inklusive Ankauf und Abriss des früheren Labors Schollmeyer 1,3 bis 1,5 Millionen Euro an dieser Stelle. Barrierefreie Wohnungen von 65, 85 und 135 Quadratmetern entstehen. Der Kaufpreis liegt um die 2000 Euro pro Quadratmeter und laut Lenk damit 200 bis 300 Euro unter dem Fritzlarer Niveau. „Als wir im Dezember an dem Markt gingen, waren vier, fünf Wohnungen innerhalb weniger Tage verkauft“, berichtet der Architekt. Inzwischen sind alle bis auf eine veräußert und auch für sie gibt es bereits Interessenten. Von den neuen Eigentümern kommen etliche von weiter her, beispielsweise aus Frankfurt. Ein Käufer stammt aus Quatar. „Das sind Menschen, die die Stadt von einer Kur oder anderen Aufenthalten her kennen und die hierher ziehen wollen. Das Image von Bad Wildungen steigt.“ Die schöne Innenstadt ziehe die Leute an, und das umgestaltete Scharnier werde den Magneteffekt verstärken, ist Lenk überzeugt. „Fritzlar hat auch eine schöne Innenstadt – aber sie ist relativ eng begrenzt“, zieht er den Vergleich zum ehemaligen Weltbad mit seiner lang gezogenen Allee. Geht es nach Lenk, markiert das Objekt an der Laustraße den Anfang. Gemeinsam mit der Lebenshilfe hat er den benachbarten Parkplatz an der Lebenshilfe-Villa und anliegende Gebäude im Visier fürs nächste Projekt. Bei den Stadtverordneten war das bereits Thema, denn auch Rewe hatte sich für diesen Bereich interessiert. Neben der Allee seien Laustraße, Richard-Kirchner- und Dr. Born-Straße attraktive Zonen für Neubürger. „Es darf nicht zu weit hinein in ein Loch gehen und nicht zu weit auf eine Anhöhe“, erklärt der Architekt. Steile Wege eignen sich weniger für einen angenehmen Altersruhesitz. Die Lebenshilfe möchte im Kellergeschoss der Laustraße 22 eine große Wohnung kaufen, vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates, berichtet Vorstandsmitglied Theo Brömmelhaus: „Wir würden einen Teil an Senioren vermieten, die hierher passen, und einige Räume für unseren ambulanten Pflegedienst nutzen.“ Der könnte Hilfe anbieten, wenn jemand im Haus Bedarf hätte. Baulücken nutzen Für ein weiteres Objekt nebenan auf dem Parkplatz schwebt Lenk und der Lebenshilfe „Servicewohnen“ für Senioren vor, das ein höheres Maß an Unterstützung einschließt. Für Bürgermeister Volker Zimmermann weist das Projekt in der Laustraße in die richtige Richtung: „Je mehr Erstwohnsitze Bad Wildungen aufweist, desto mehr Geld erhalten wir vom Land aus dem kommunalen Finanzausgleich. Das Gewerbe und der Handel werden gestärkt.“ Flächen wie die des Kurhauses möchte er aber nicht vorrangig oder gar komplett für solche Zwecke überbaut sehen. Für Senioren-Wohnanlagen ließen sich vielmehr Baulücken in der Kernstadt sowie untergenutzte oder verwaiste bestehende Bausubstanz aktivieren.

Von Matthias Schuldt

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