Pilotprojekt des Kellerwaldvereins gegen Lehrstand in Wildunger, Edertaler, Vöhler und Lichtenfelser Ortskernen

Neue Ideen für 17 alte Häuser

Edertal-Buhlen - In 17 leerstehende Gebäude in Bad Wildungen, Edertal, Vöhl und Lichtenfels soll wieder Leben einkehren. Im Rahmen eins Pilotprojekts stellt der Kellerwaldverein neue Ideen für alte Häuser vor.

Zum Beispiel für eine großzügige Hofanlage in Buhlen. „In meinem Elternhaus lebten zwei Großfamilien“, sagte Eigentümer Karl-Friedrich Brüne. Die entsprechenden Platzkapazitäten und die günstige Lage an der Durchgangsstraße „sind gute Voraussetzungen für Existenzgründer“, meint Lisa Küpper, Geschäftsführerin des Vereins Region Kellerwald-Edersee. Das Architekturbüro Zimmer hat für jedes der 17 Gebäude den vier Kommunen eine Nutzungsidee entwickelt, erläuterte Mitarbeiterin Delia Grebe.

Zur öffentlichen Vorstellung dieser Planungsergebnisse sind alle Interessierten am Dienstag, 13. August, um 19 Uhr in die Wandelhalle eingeladen.

Hintergrund des 2012 angestoßenen Pilotprojekts sind die sinkenden Einwohnerzahlen auf dem Land und der Leerstand von Häusern in alten Ortskernen. „Ziel ist es, im Zusammenwirken mit allen Beteiligten gemeinsam Lösungen anzubieten“, erläutert der Bad Wildunger Bürgermeister Volker Zimmermann als Vorsitzender des Kellerwaldvereins. Eigentümer, Immobilienwirtschaft, Denkmalschutz, Kommunen und Architekten sind eingebunden.

Das Projekt wird über EU- und Landeszuschüsse im Rahmen von Leader gefördert und vom Landkreis, den beteiligten Kommunen und dem Kellerwaldverein kofinanziert. Die Kosten belaufen sich auf 84 000 Euro für Planung und Marketing, der Zuschuss beträgt 80 Prozent, maximal jedoch 50 000 Euro. Es gibt keine Kostenbeteiligung der Eigentümer. „In Kleinern hat das Projekt bereits zum Erfolg geführt“, freut sich Edertals Bürgermeister Klaus Gier über eine junge Familie, die in Kürze in eine leerstehende Immobilie im Ortskern einzieht. Sein Lichtenfelser Amtskollege Uwe Steuber bekräftigt: „Das Geld für das Projekt ist gut angelegt.“ Insgesamt drei Häuser wurden inzwischen verkauft, für andere gibt es Interessenten wie beispielsweise für ein angedachtes Forstmuseum in Hundsdorf im Alten Forsthaus.

Walter Schumann von der unteren Denkmalbehörde spricht von einer „hervorragenden Chance, Leute neugierig zu machen“. Sie müssten auf ihrem Weg intensiv begleitet werden.

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