Obwohl Bauarbeiten im Scharnier Ende November weitgehend abgeschlossen sind

Neue Stadtbuslinien und -pläne erst 2014

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Bad Wildungen - Stadtbuskunden haben sich an Denk- und Orientierungssport gewöhnen müssen im Zuge des großangelegten Umbaus von Ring und Scharnier. Der Treffpunkt wurde zweimal verlegt; Linienführungen änderten sich. Das alles geschah provisorisch – und so bleibt es bis weit ins nächste Jahr hinein.

Das erläuterte André Boos von der BKW-Geschäftsführung auf WLZ-FZ-Nachfrage. Noch hat sich die Verkehrsabteilung der stadteigenen Tochter nicht daran begeben, den neuen Verlauf der Stadtbuslinien im Einzelnen auszuarbeiten und festzulegen. Es gibt einiges zu tun, denn die Öffnung des Rings in beide Fahrtrichtungen eröffnet heute andere Möglichkeiten als in der Vergangenheit. Die BKW wartet mit der endgültigen Umstellung ab, obwohl laut Bauamt Ende November das Scharnier in seinem dritten Bauabschnitt zwischen Sparkasse und Beginn der Brunnenallee so weit fertig wird, dass der Verkehr fließen kann. Der Grund für die Zurückhaltung des Verkehrsunternehmens: Das Dach des neuen Stadtbus-Treffpunkts wird erst im kommenden Jahr geliefert und installiert. Für die Dauer der Montage kann der Treffpunkt in der Brunnenstraße erneut nicht angefahren werden, und die Kunden müssten ein weiteres Mal mit einem Provisorium vorlieb nehmen. „Das wollen wir den Fahrgästen ersparen, und deshalb bleibt zum nächsten Fahrplanwechsel alles auf dem jetzigen Stand“, erklärt Boos. Die Bauphase hat sich wahrscheinlich im Fahrscheinverkauf niedergeschlagen. Alle zwei Jahre werden die Mitfahrenden im Stadtbus gezählt. Von 2010 auf 2012 sanken die Werte (Baustart war 2011). Die nächste Zählung steht im kommenden Jahr an. Boos will bei der Neuorganisation von Stadtbuslinien und -plänen den Nordhessischen Verkehrsverbund und die Hessische Landesbahn (HLB) mit den 500er-Linien einbeziehen, damit die roten Busse der Regionallinien sinnvoll mit dem Angebot des Wildunger Stadtbusses verzahnt werden können. Der Wegfall gewohnter Haltestellen, der zwischenzeitliche Umzug des Stadtbustreffpunktes auf den Parkplatz Brunnenallee 1, die Weiterverlegung später an die Fürstengalerie – solche kurzfristigen Änderungen verunsicherten Fahrgäste häufiger. „Ein paar mehr Beschwerden als gewöhnlich haben wir und insgesamt reagieren die Leute angespannter“, schildert Boos. Verständlich, obgleich Unbilden im Gefolge großer Bauprojekte unvermeidlich sind: Teils kuriose Szenen spielten sich ab, wenn Menschen an Haltestellen warteten, die längst außer Betrieb genommen und/oder verlegt worden waren. Wenig beliebt bei dem einen oder anderen – speziell älteren – Kunden ist überdies der Weg des Omnibusses vom Breiten Hagen den Eselspfad hinunter, denn zweimal muss das Fahrzeug dabei Fahrbahnschwellen überfahren. Die Erschütterungen ziehen manchem bis ins Kreuz. Kürzlich hatte es Versuche gegeben, ob die Busse vorm „Modetreppchen“ gar aufsetzen. Diese Befürchtung bestätigte sich nach Angaben des Bauamtes jedoch nicht, zumindest nicht, wenn der Bus sehr langsam das Hindernis anfährt. Das betrifft speziell die Überlandbusse von NVV und HLB mit ihrem längeren Radstand und der größeren Länge. Einen zweiten neuralgischen Punkt macht die HLB am Kreisel Eselspfad/Richard-Kirchner-Straße/ Stresemannstraße aus. Er sei sehr klein und die Fahrer mit ihren 15-Meter-Fahrzeugen müssten aufpassen, dass sie herumkämen. Spannend werde es vielleicht im Winter den Eselspfad hinunter, denn die Lenkung sei bei der Ausfahrt aus dem Kreisel voll eingeschlagen. Die Räder stehen quer und könnten auf glatter Straße den Bus ins Rutschen bringen, so dass er hängen bleibt. „Aber wenn der Winterdienst funktioniert...“, heißt es bei der HLB.Im Übrigen fänden sich aber alle Busfahrer – ob NVV, HLB oder BKW – gut mit dem Stadtring im Gegenverkehr und den Kreiseln zurecht, sagen die Verantwortlichen.

Von Matthias Schuldt

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