Premiere zieht viele Besucher an

Neue Wildunger "Thalentbude" für Kleinkunst vom Erfolg überrollt

Die Künstler bezogen auch das Publikum mit ein, wie im Bild Bene Reinisch. Fotos: Tina Fischer

Bad Wildungen. Das Theater am Bunker erlebte am Samstag eine besondere Premiere. Der Edertaler Comedian Pierre Schäfer lud zum ersten Kleinkunstfestival „Thalentbude“ ein und wurde wurde vom Erfolg förmlich überrollt.

Die gut gelaunten Gäste erlebten im voll besetzten Theater Musik, Zauberei und Comedy, und genossen die bunte Mischung, die Schäfer für diesen Abend ausgewählt hatte.

Seit über einem Jahr ist der Comedian auf den Kleinkunstbühnen in Deutschland unterwegs und hatte Kollegen und Mitstreiter zu seinem neuen Format eingeladen. Der Abend traf voll den Nerv des Publikums. Sechs Künstler stellte Pierre Schäfer vor, berichtete von gemeinsamen Begegnungen und freute sich, für zwei erkrankte Künstler spontan Ersatz gefunden zu haben.

Einer von ihnen war Edy Edwards, der mit seiner Gitarre und selbst geschriebenen Liedern den Abend musikalisch eröffnete. „Wenn ich könnte, wie ich wollte, natürlich würde ich“ sang der Künstler aus Herne und unterstrich damit die erfolgreiche Umsetzung von Schäfers „Comedy in Bad Wildungen-Projekt“. Jungen Künstlern Raum zum Präsentieren geben, Kultur fernab von Kurorchester und Klinik anbieten und mit Spaß präsentieren, das will Schäfer künftig einmal im Monat in der „Thalent-Bude“ im Herzog-Georg-Weg.

Der erfolgreiche Premierenabend bewies dass die Kurstadt Lust und Platz hat für junge Talente und das bunt gemischte Publikum „Bock auf Kleinkunst“ hat. Es genoss die melancholischen Gitarrenklänge von Jan Kalter und spendete der kraftvollen Stimme stürmischen Applaus. Das Publikum lachte über den sehbehinderten Timur Turga, der Ausschnitte aus seinem Programm „Die Realität ist unser größter Feind“ vortrug, und dabei mit viel Selbstironie von seinem Alltag zwischen Darmspiegelung und Kindergartenpraktikum berichtete. Ein bisschen magisch wurde es beim Auftritt von Bene Reinisch der seinen Weg vom elitären Arztkind zum Comedian beschrieb, und seine dabei erworbenen Zauberfähigkeiten mit Hilfe des Publikums lustig unter Beweis stellte. „Jungfrauen zersägt man, weil man mit ihnen sonst nichts anfangen kann“ verkündete er ironisch, und Melanie Gerland aus Kassel bewies, dass zumindest Powerfrauen ein Leben zwischen Diät, Zigaretten, Frauenarztterminen und 1,96-Meter-Nachwuchs mit Spaß überstehen können.

Den Schlusspunkt setzte Weltenbummler Pako Erhard, der mit sprachlichem Talent über seine Reise berichtete. Das Publikum lachte über Gedanken zu Waldorf-Kampfsport und Waldhonig-Namensgebung. „Das war so schön, das mache ich jetzt jeden Monat“ resümierte Gastgeber Pierre Schäfer zum Abschluss. Am 10. Februar stehen sechs neue Künstler auf der Bühne. Eintrittskarten im Vorverkauf zu 12 Euro in der Buchhandlung „Buchland“. (tin)

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