verdi und Betriebsrat einigen sich mit Geschäftsleitung:

Neuer Tarif für Wildunger Klinik „Westend“ bringt Krankenschwestern bis zu 7000 Euro mehr im Jahr

Sehr zufrieden (von links): Iris Schmidt von der Tarifkommission, Florian Dallmann und Udo Münchow vor der Klinik Westend mit den Vereinbarungen zum neuen Tarifvertrag. Foto: Schuldt

Bad Wildungen. Betriebsrat und Dienstleistungsgewerkschaft verdi haben mit der Klinik Westend einen neuen Tarifabschluss erzielt. Das teilen Betriebsratsvorsitzender Udo Münchow und verdi-Fachsekretär Florian Dallmann auch im Namen der Geschäftsleitung mit.

Das Papier umfasse Änderungen im Haustarif, deutliche Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie Vereinbarungen, die den Beschäftigten etwa Schutz vor Überlastung bieten sollen.

Westend als "Leuchtturm in Nordhessen"

„Die Klinik Westend ist aus unserer Sicht ein Leuchtturm in der Tariflandschaft der Reha- und Gesundheitsbranche Nordhessens“, sagt der Gewerkschaftsfunktionär. In kaum einer privaten Klinik sonst gälten Tarifverträge. Voraussetzung dafür sei zum einen ein vergleichsweise hoher Anteil an Gewerkschaftsmitgliedern in der Belegschaft, was Durchsetzungsfähigkeit garantiere – über den Prozentsatz schweigen verdi und Betriebsrat. Zum anderen hätten es die Arbeitnehmer im Westend mit einer verhandlungsorientierten Geschäftsführung zu tun, die großen Wert auf zufriedene Mitarbeiter lege. Ein Pfund in Zeiten des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen. Eines, das helfen kann im Wettbewerb um qualifizierte Kräfte mit den vielen anderen Klinikunternehmen in Bad Wildungen und Umgebung.

Seit 2012 gilt im Westend ein Haustarif. „Er ging hervor aus Streiks in Kliniken der Wicker-Gruppe“, erinnert sich Udo Münchow. Das Westend gehört zwar nicht zu der Gruppe, aber die Proteste auf der Straße führten zum Umdenken in der bis dahin kaum gewerkschaftlich organisierten Belegschaft des Westend. So beschreiben Münchow und Dallmann den Prozess von damals. Als genug Beschäftigte verdi beigetreten waren, kam es zu Verhandlungen.

Der Haustarif wurde vom Start weg an den „Tarifen im öffentlichen Dienst“ (TvöD) ausgerichtet. Zwischen 2012 und 2016 gestalteten Arbeitnehmer und Arbeitgeber ihn in dieser Hinsicht weiter aus, etwa durch das Einführen von Entgeltgruppen. Grundsätzliches Ziel: Gleiches Geld für gleiche Arbeit bei vergleichbarer Qualifikation. Zusätzlich wurden unterschiedliche Gehaltsstufen eingezogen, abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Wer im Westend arbeitet oder neu einen Arbeitsertrag abschließen will, weiß darum, welchen Anspruch auf welche Entlohnung oder welche Rahmenbedingungen sie oder er hat. Für alle Beschäftigten gelten automatisch dieselben Regelungen.

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