Stadtverordnete verabschieden Konzept für neue Freizeitanlage

Neues Heloponte wird Familienbad mit  Naturschwimm-Paradies

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Der Sonderteich: Er wurde einst angelegt, um das Wasser für das alte Wildunger Naturfreibad vorzuwärmen. Das geplante „Heloponte II“ soll dem Gewässer seine historische Funktion wiedergeben. Denn statt des heutigen Freibades soll auf dem Außengelände mit Hilfe des renaturierten Sonderbaches ein Naturschwimmte ich mit Spielparadies entstehen.

Die Wildunger Stadtverordneten haben sich nach Jahren der Diskussion mit übergroßer Mehrheit auf die zentralen Inhalte eines „Heloponte II“ geeinigt.

  • Mit   25 Ja-Stimmen von 28 Abgeordneten hat die Stadtverordnetenversammlung  das Grundkonzept fürs Heloponte II  beschlossen
  • Das neue Wildunger Familienbad erhält an Stelle des Freibades einen Naturschwimmteich mit Spielparadies auf dem Außengelände
  • Sole-Außenbecken und Saunalandschaft sind weitere Elemente
  • Das Projekt soll 27 bis 30 Millionen Euro kosten

Bad Wildungen – Konzentriert und kompromissbereit legten die Abgeordneten am Montag in der Wandelhalle die Grundstruktur des neuen Familienbades fest. Sie verschmolzen dabei das von der CDU vorgelegte Konzept mit dem Vorschlag des Magistrates, der für sein Papier die Vorstellungen in allen Fraktionen sondiert hatte.

Die Eckpunkte: ein Sportschwimmbecken mit fünf 25-Meter Bahnen; Lehrschwimmbecken; großer Bereich für Familien mit Kleinkindern, innen wie außen; ganzjährig nutzbares, warmes Sole-Außenbecken; eine Sauna-Landschaft; Gastronomie und eine Überraschung: Auf dem Freigelände soll eine Natur-Spiel- und Badeanlage inklusive eines Naturschwimmteiches entstehen mit der wieder frei gelegten, renaturierten Sonder als Herzstück.

Das Heloponte II kehrt damit zurück zu den Wurzeln, denn vor den Zeiten der Freizeitanlage befand sich an dieser Stelle ein Naturfreibad. Der bekannte Sonderteich wurde seinerzeit angelegt, um das Wasser für dieses Bad auf natürliche Weise vorzuwärmen.

Diese Funktion soll der Teich nach mehr als 100 Jahren zurück erhalten. „Wir haben mit so einer Anlage wieder ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, passend zum Motto unserer Stadt: Bad Wildungen – natürlich gut“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Marc Vaupel.  Wohlgemerkt: Nicht der Sonderteich selbst wird zum Schwimmbad, sondern er speist künftig wieder den geplanten Sonder-Naturschwimmteich auf dem heutigen Freibadgelände.

Das Argument "Alleinstellungsmerkmal" treffe auch auf das Solebecken zu, ergänzt Vaupel. Und mit demselben Argument lassen die Stadtverordneten die Fachbüros prüfen, ob zwei weitere Elemente für das Heloponte II finanziell tragbar sind: der Erhalt des Sprungturms und eine 80 Meter-Wasserrutsche, auf Vorschlag der Grünen eventuell größer ausgelegt als „Rutschenwelt“ mit zwei Schlitter-Röhren.

Im Vergleich zur geheimen Januar-Sitzung gab es kolossal gute Nachrichten. Hieß es damals noch, dass kaum Fördermittel einzuwerben sind, so fließen nun doch Zuschüsse in Millionenhöhe, erläuterte Bürgermeister Ralf Gutheil: „Mit Blick auf das Solebecken und die touristische Ausrichtung des Heloponte II erhalten wir rund 5 Millionen Euro Unterstützung aus dem Wirtschaftsministerium.“ Für das Sportschwimmbecken gibt es Geld aus einem Fördertopf des Innenministeriums und der Abriss des Freibades mit Freilegen der Sonder öffnet die Schatulle des Umweltministeriums für die Renaturierung von verrohrten Bächen und zubetonierten Gewässern.

Das Parlament kalkuliert mit einer Investitionssumme zwischen 27 und 30 Millionen Euro. Abzüglich der Fördergelder und eines zinslosen Darlehns aus dem Investitionsfonds Hessen über 16,2 Millionen Euro verbleiben 7 bis 9 Millionen Euro, die durch Kreditaufnahme zu decken sind. „Und das Geld ist günstig zu bekommen“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Mombrei. Wegen der neuen, günstigen Perspektiven auf erhebliche Zuschüsse bliesen die Grünen ihren Vorstoß ab, zunächst eine Spar-Variante zu bauen mit der Chance auf Erweiterung in späteren Jahren.

CDU und SPD kritisierten die Planungsbüros für die bislang vorgelegten Kostenkalkulationen. Denn die Planer hätten keine optimierten Bewirtschaftungskonzepte erarbeitet, sondern die Zahlen auf der Grundlage des heutigen Heloponte-Betriebes einfach fortgeschrieben. Die Stadtverordneten gaben den Büros für die weitere Arbeit das Ziel von möglichst maximal 1 Million Euro Defizit pro Jahr aus.

Auf dieser Grundlage sollen die Experten Preisniveau, Öffnungszeiten, Angebot, erwartete Besuchszahlen, Personalstärke und Technik in Einklang bringen. Zu klären ist etwa, welche außergewöhnlichen Belastungen in der Wartung das Solebecken mit sich bringt. Klaus Stützle (Grüne) verwies auf die Chance, durch Passiv-Energie-Bauweise Kosten zu senken. Ein Betrieb in Kooperation mit dem EWF – wie es mehrere Bäder im Kreis praktizieren – ermöglicht es, Steuervorteile im Betrieb zu erzielen. Diese helfen, das Defizit zu senken, unterstrich Mombrei.

Das Heloponte II entspricht damit einer deutlich veränderten Variante III, wie sie die Planungsbüros im Januar vorgestellt hatten.

Die CDU hatte dazu eigene Vorstellungen in einen Antrag gefasst. Diesen änderte sie für die Stadtverordnetenversammlung aber ab, nahm das Solebecken wieder auf und erweiterte ihren Vorschlag um das Naturschwimm-Paradies, das auch der Magistrat am Montag anregte.

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