Nach dem Geheimtreffen zur Heloponte-Nachfolgeanlage

Wildunger CDU für neues Familien- und Sportschwimmbad mit Sauna und Freibecken

Trubel im Heloponte: Auch das neue Bad soll nach dem Willen der CDU Familien ins Zentrum rücken. Foto: Pfeil/Archiv

Die Wildunger CDU bezieht als erste Fraktion nach dem Geheimtreffen offiziell Position zum Heloponte-Nachfolgebad. Sie kündigt für die nächste Stadtverordnetenversammlung einen Antrag an.

  • Die Wildunger CDU spricht sich als Nachfolge-Modell des Heloponte für ein neues Wildunger Familien- und Sportschwimmbad einschließlich einer größeren Sauna-Anlage und Gastronomie aus
  • Als zusätzliche Ergänzung schlägt sie ein Freibecken vor
  • Einem Solebecken und einer Ausrichtung des Heloponte-Nachfolgebades auf Gesundheitstourismus erteilt die CDU eine Absage
  • Sie fordert von den beauftragten Büros ein detaillierteres Bewirtschaftungskonzept mit realistischem Personalschlüssel, schlüssigen Öffnungszeiten und neuen Preisen
  • Maximal 1 Million Euro jährlich soll der Verlust inklusive Abschreibungen künftig betragen.

Bad Wildungen – Die Union spricht sich für die Variante II aus. Diese beinhaltet ein Familien- und Sportschwimmbad mit Saunalandschaft und Gastronomie zu einem Preis zwischen 23 und 27,5 Millionen Euro. „Als Ergänzung schlagen wird das Freibadbecken aus der Variante IV vor“, fügt Fraktionsvorsitzender Marc Vaupel hinzu.

„Das halten wir für vertretbar, weil die Mehrkosten nur zwischen 900 000 und 1,1, Millionen Euro liegen“, sagt Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal.

Solebecken und Therme an Stelle des Heloponte aus CDU-Sicht vom Tisch

Das Solebecken aus der Variante III lehnen die Christdemokraten ab. Der wichtigste Grund liegt im besonderen Unterhaltungsaufwand, der mit der Sole verbunden ist. Das Salzwasser greift überdies die Materialien noch schneller an als normales, gechlortes Badewasser.

„Für uns ist damit auch die Therme endgültig vom Tisch“, betont Vaupel. Generell betrachte die CDU es keinesfalls als Aufgabe des neuen Bades, den Markt des Gesundheitstourismus zu bedienen. „Wir sehen darin vielmehr ein Projekt der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung“, sagt Vaupel. Der Gesundheits- und Wellness-Tourismus sei Sache der Privatwirtschaft. Nichtsdestotrotz könne das neue Wildunger Familien- und Sportschwimmbad Anziehungspunkt auch für Familien werden, die ihren Urlaub in der Region verbringen, ist die CDU überzeugt. Auf die benachbarten Orte strahle es sicher Attraktivität aus.

Vor diesem Hintergrund möchte die Union prüfen lassen, ob der in Variante II vorgesehene Kleinkinderbereich besonders ansprechend gestaltet werden kann. „Platz genug wäre vorhanden, und eine solche Gestaltung sicher nicht sehr teuer im Verhältnis zur Gesamt-Investition“, meint Edgar Schmal. Speziell moderne Datentechnik ermögliche kostengünstig mit „Virtual Reality“ neue Erlebnisse auch für die Jüngsten.

Sparvariante für neues Wildunger Familien- und Sportschwimmbad scheidet für CDU nun aus

Zwar ist die Union überrascht, wie viel Bad man in der „Sparvariante“ für 14 bis 16,8 Millionen Euro bekäme. Doch dieses Modell scheide nun aus.

„Denn es zeigt sich, dass die vorhergesagten Verluste aller Varianten sich nicht gravierend voneinander unterscheiden“, argumentiert Edgar Schmal. Und die dauerhafte finanzielle Belastung für die Stadt Bad Wildungen stelle das entscheidende Kriterium in der Abwägung von Kosten und Nutzen dar, nicht die Höhe der Bausumme.

CDU fordert maximal 1 Million Euro Verlust statt 1,8 Millionen Euro für Heloponte-Nachfolgebad

Zweiter Teil des CDU-Antrages zum neuen Bad: Die Firmen Constrata und Profund Consult sollen ein „schlüssiges Bewirtschaftungskonzept“ für das neue Wildunger Familien- und Sportschwimmbad aufstellen. Ein realistisch angesetzter Personalbedarf, die Öffnungszeiten und das Niveau der Eintrittspreise seien so auszulegen, dass der Jahresverlust mit Abschreibungen maximal 1 Million Euro betrage. 

Zum Vergleich: Die bisherige Schätzung für die Variante II geht von 1,8 Millionen Euro aus. „Es kann aber doch nicht sein, dass die ausgewiesenen Personalkosten bei allen Varianten praktisch gleich hoch ausfallen – trotz unterschiedlicher Anlagengröße und Besucherzahlen“, kritisiert Edgar Schmal. Es reiche nicht, einfach vom derzeitigen Personalbestand auszugehen und auf den Eintritt pauschal 50 Cent aufzuschlagen. „Wir erwarten mehr: Ein Bewirtschaftungskonzept, das mit der Gesamtplanung in einem Gesamtpaket von den Stadtverordneten zu verabschieden ist“, betont Marc Vaupel.

Heloponte im Vergleich: Willinger Lagunenbad macht nur geringen sechsstelligen Verlust 

Zum Vergleich verweist die Union auf das Willinger Lagunenbad. 2018 kam es mit 178 000 Gästen auf einen Rohertrag (Umsatz minus Wareneinsatz) von knapp 1,5 Millionen Euro und letztlich einen Zuschussbedarf inklusive Abschreibungen von 136 000 Euro. Das Heloponte zog im selben Jahr 130 000 Besucherinnen und Besucher an, schaffte einen Rohertrag von 386 000 Euro und machte ein Minus von 1,76 Millionen Euro inklusive Abschreibungen. Die von Constrata und Profund Consult kalkulierte Variante II weise bei 125 000 Gästen einen Rohertrag von 712 000 Euro und einen Zuschussbedarf mit Abschreibungen von 1,82 Millionen Euro auf.

Stadtverordnete und Magistrat ließen sich vor gut zwei Wochen in einem Geheimtreffen vier Varianten für das Heloponte-Nachfolgebad vorlegen.

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