Fördergesellschaft Edersee kritisiert angestrebten Bürgerentscheid gegen Neubau des Gästeinformationszentrums

Neun Jahre Zeit, um Bürger zu beteiligen

Edertal-Hemfurth/Edersee - Die Fördergesellschaft Edersee begrüßt die Parlamentsentscheidung zur neuen Gästeinformation an der Sperrmauer.Mitglieder und Beirat haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass nach nunmehr neunjähriger Diskussion die Gemeindevertreter mehrheitlich für den Neubau einer Gästeinformation gestimmt haben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Fördergesellschaft hatte in vielen Gesprächen mit den politischen Vertretern für die Vorteile einer Gästeinformation an der Sperrmauer geworben. Grundlage für Planung und Finanzierung war die von der Fördergesellschaft initiierte und finanzierte Grundplanung für eine den Ansprüchen genügende Gästeinformation, die dann auch Gegenstand des Förderantrages der Gemeinde Edertal war. Auf dieser Basis erging ein Bewilligungsbescheid des Landes Hessen mit einer Förderquote von 60 Prozent. Zusätzlich konnte der bereits umgestaltete Sperrmauervorplatz in die Förderung mit einbezogen werden. Den Neubauplanungen lagen folgende Überlegungen zugrunde:

Barrierefreiheit für Gäste und Mitarbeiter, moderne Architektur, Energieeffizienz, niedrige Betriebs- / Unterhaltungskosten (im Altbau über vier Etagen etwa 30 Prozent höher), effiziente Betriebsorganisation, Integration einer bedarfsgerechten Toilettenanlage. Durch Abbau der sanierungsbedürftigen alten Toilettenanlage werde zusätzliche Freifläche auf dem Sperrmauervorplatz gewonnen und freie Sicht auf die Talsperre.

Die Inforöhre auf der Sperrmauer werde den Ansprüchen nicht mehr gerecht. Der Tourismus stelle einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Region dar. Die Wertschöpfung am Edersee (Edertal, Vöhl, Waldeck) durch den Tourismus ist beachtlich, verweist die Fördergesellschaft auf 600000 Übernachtungen, zwei bis drei Millionen Tagesgäste, 2000 Arbeitsplätze und einen Umsatz von 90 Millionen Euro. „Die Fördergesellschaft hat kein Verständnis für das Handeln der unterlegenen politischen Fraktionen, den durch die gewählten Gemeindevertreter demokratisch gefassten Parlamentsbeschluss durch die Initiierung eines Bürgerentscheides zu torpedieren“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Einbeziehung der Bürger hätte während der neunjährigen Planung schon vielfach erfolgen können, merkt die FGE an. „Es ist bitter, wenn bei einem Baubeginn nach 2014 die Fördermittel nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Inwieweit dies auf die Bezuschussung des bereits umgebauten Sperrmauervorplatzes Auswirkungen hat, sei zu prüfen.

Die Fördergesellschaft befürchtet, dass durch die neu angezettelte Diskussion und die Zeitverzögerung am Ende gar nicht gebaut wird. Der Altbau stelle keine echte Alternative zu dem Neubau dar. Die Annahme, dass die Kostenermittlung für eine Altbausanierung konkreter zu fassen sei als beim Neubau, hält die Fördergesellschaft Edersee für absurd. „In der Baubranche gilt der alte Grundsatz: „Bei Altbauten ist es vor der Hacke dunkel.“ Will heißen: Es gibt immer wieder Überraschungen.

Durch den Neubau des Gästeinformationszentrums am Sperrmauervorplatz präsentiert sich die Erlebnisregion Edersee modern und serviceorientiert dort wo die meisten Gäste sind.(r)

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