Generalüberholung des Pumpspeicherkraftwerks Waldeck II abgeschlossen

Neun Millionen investiert

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Über 700 Tonnen schwer mit einem Durchmesser von fünf Metern: Die beiden Generatoren werden von der Turbine rund 1500-mal im Jahr in Rotation versetzt und rotieren dann mit 375 Umdrehungen pro Minute. Foto:pr

Edertal-Hemfurth/Edersee - Das Pumpspeicherkraftwerk Waldeck II steht nach der Überholung der Generatoren wieder mit beiden Maschinen zur Verfügung und kann so seinen vollen Beitrag zum Ausgleich der schwankenden Stromeinspeisung aus Sonne und Wind leisten.

Rund 18 Monate hat die umfangreiche Instandsetzung der beiden Generatoren gedauert. Vorangegangen waren intensive Untersuchungen zur Lebensdauer von Wasserkraft-Generatoren durch die Experten von Eon mit Unterstützung der Materialprüfanstalt Stuttgart und den Herstellern.

Auslöser für die intensive Überprüfung war laut Theodoros Reumschüssel, Pressesprecher von Eon-Wasserkraft, ein Schaden an einem Generator vergleichbarer Bauart.

Kleinste Haarrisse im UV-Licht sichtbar

Auf Basis der gewonnen Erkenntnisse hat Eon im Frühjahr 2013 im Sinne der Anlagen- und Versorgungssicherheit entschieden, beide Generatoren am Standort Waldeck zu überprüfen und - wo erforderlich - instand zu setzen. Dafür investierte das Unternehmen rund neun Millionen Euro.

Mit der Erfahrung und Arbeitskraft der Eon-Kollegen der Kraftwerke, Technologies, vom Anlagenservice Hydro sowie beteiligter externer Firmen „wurden in rekordverdächtiger Zeit beide Generatoren teilweise auseinandergenommen und Stück für Stück überprüft“, erläutert der Unternehmenssprecher. Dabei stand insbesondere die Aufhängung der 16 neun Tonnen schweren Rotorpole im Mittelpunkt. Mithilfe des sogenannten Magnet-Induktionsverfahrens, bei dem ein Kontrastmittel aufgetragen wird und selbst kleinste Haarrisse in UV-Licht sichtbar werden, wurden schadhafte Stellen entdeckt und instand gesetzt.

Erweiterung des Oberbeckens läuft noch

Darüber hinaus wurden sämtliche Aufhängungen der Rotorpole so überarbeitet, dass eine bessere Kräfteverteilung erzielt wird. In Spitzenzeiten waren bis zu 30 Fachleute mit der Instandsetzung betraut.

„Durch die gemeinsamen Anstrengungen und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten war es möglich, die Anlagen bereits zwei Wochen vor dem geplanten Termin dem Lastverteiler wieder zur Verfügung zu stellen“, freut sich Professor Dominik Godde, Director Hydro Fleet Germany. „Waldeck II kann jetzt wieder mit voller Kraft seinen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, indem es in Sekundenschnelle hochfährt und die schwankenden Stromeinspeisungen von Sonne und Wind ausgleicht.“

Mit der Instandsetzung der Generatoren sind die aktuellen Investitionen und Arbeiten am Standort Waldeck noch nicht abgeschlossen. Seit Mai 2014 läuft eine Volumenvergrößerung des Oberbeckens auf dem Peterskopf (WLZ berichtete ausführlich). Mit der Erhöhung des Speichervolumens um 450000 Kubikmeter erhält Eon mehr Flexibilität in dem immer anspruchsvoller werdenden Energiemarkt und verbessert das Einsatzspektrum des Pumpspeicherkraftwerks.

Hintergrund

Die beiden Generatoren wiegen jeweils mehr als 700 Tonnen, haben einen Durchmesser von über fünf Metern. Die 16 sternförmig angeordneten Pole rotieren mit 375 Umdrehungen pro Minute. Sie werden von der Turbine, durch die bei Volllast 80 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fließen, im Jahr rund 1500-mal in Rotation versetzt, um mit einer Leistung von je 240 Megawatt jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden CO2-freien Strom zu erzeugen. Gerade das für Pumpspeicherkraftwerke typische Einsatzprofil mit vielen Starts und Stopps stellt höchste Anforderungen an das Material, das entsprechend intensiv zu warten ist. (r/höh)

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