Neues Operationsmikroskop in der Werner-Wicker-Klinik grenzt bösartiges von gesundem Gewebe ab

Noch präziser bei Tumoren im Gehirn

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Ein neues Operationsmikroskop in der Werner-Wicker-Klinik ermöglicht noch präzisere Eingriffe, erläutert Chefarzt Dr. Hassan Taha an der neuen Technik im OP.Foto: pr

Bad Wildungen-Reinhardshausen - In der Neurochirurgie ist bei Operationen am Gehirn aufgrund eines Tumors krankes Gewebe oft nicht von gesundem zu unterscheiden. Doch gerade in Gehirn und Rückenmark hätte die Entfernung gesunden Gewebes unter Umständen schwerwiegende und irreparable Folgen für den Patienten. Ein neues Operationsmikroskop in der Werner-Wicker-Klinik eröffnet neue Chancen.

Die Investition der Wicker-Gruppe in ein neues Operationsmikroskop ermöglicht den Neurochirurgen noch präziseres mikrochirurgisches Arbeiten. „Dabei spielt für mich eine wesentliche Rolle, den Patienten die Möglichkeit zu eröffnen, ihre durch die Erkrankung eingeschränkte Selbstständigkeit möglichst schnell wiederzuerlangen“, betont Chefarzt Dr. Hassan Taha.

Der Neurochirurg arbeitet seit 2012 an der WWK als Spezialist für die Versorgung von Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks, aufgrund seiner langjährigen Erfahrung hat er den Bereich Tumorchirurgie an der Klinik bereits erweitert und ausgebaut - Tendenz steigend.

Das neue Zeiss-Mikroskop (OPMI Pentero 900) ist mit der Möglichkeit zur sogenannten 5-ALA-Floureszenz ausgestattet. Mit dieser Methode kann schon während der Operation das bösartige Tumorgewebe vom gesunden Gewebe farblich abgegrenzt werden, erläutert der Mediziner. Die sensiblen Operationsgebiete stellen die Operateure vor besondere Herausforderungen: In keiner anderen Körperregion finden sich so viele lebenswichtige und für die Lebensqualität entscheidende Strukturen auf engstem Raum wie im Bereich des Schädels und der Wirbelsäule. Oberstes Ziel ist die Erhaltung dieser Strukturen bei gleichzeitig möglichst optimaler Tumorentfernung. Das neue Mikroskop ermögliche ein noch präziseres Arbeiten.

Von der neuen Ausstattung im OP profitieren auch die Ärzte in Fort- und Weiterbildung, das Mikroskop ist mit einer hochauflösenden HD-Kamera ausgestattet, die Eingriffe können live im OP auf einem Bildschirm mitverfolgt werden.

Zudem ist das Mikroskop in die Informations- und Kommunikationsstruktur der Wicker-Klinik integriert, dadurch wird die intraoperative Befunddokumentation unterstützt: die Bilddaten können direkt in ein Archiv eingespielt, langfristig gesichert und auch schnell wieder abgerufen werden.

Hintergrund

Die Werner-Wicker-Klinik ist ein privat geführtes orthopädisches Schwerpunktklinikum für Erkrankungen rund um die Wirbelsäule. Im Jahr werden rund 4000 Patienten aus dem Bundesgebiet und dem Ausland stationär behandelt. Die neurochirurgische Versorgung ist ein wesentlicher Teil des Klinikkonzepts und wird laut WWK durch ein hoch professionelles Team in Anästhesie, Pflege, Physiotherapie und Ergotherapie unterstützt. Alle modernen bildgebenden Verfahren stehen zur Verfügung. Das Behandlungsspektrum der Neurochirurgie umfasst Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose, Abzess, Tumor und Missbildungen sowie Erkrankungen des Gehirns und Schädels, darunter Tumor, Blutungen, Zysten, Abzess, Missbildungen, Hydrocephalus, Schädel-Hirn-Trauma, sowie die Schmerztherapie mit Infiltrationen, Pumpen und Rückenmarkstimulation.

Von Conny Höhne

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