Andere Rettungswagen waren im Einsatz

Notfall in Odershausen: Nach 20 Minuten kommt Hilfe aus Jesberg

Schnelle Hilfe: Bei Notfällen wird immer der nächstgelegene Rettungswagen alarmiert, Landkreisgrenzen spielen dabei keine Rolle. Foto: Nicolas Armer/dpa

Bad Wildungen-Odershausen. Ein Kreislaufkollaps einer 67 Jahre alten Odershäuserin am frühen Abend und dann schier ohnmächtiges Warten auf den Rettungswagen: So hat eine Familie kürzlich einen medizinischen Notfall erlebt.

Der Schock sitzt noch immer tief.

„Meine Frau ist plötzlich zusammen gesackt und war einfach weg“, schildert Helmut Schmidt die bewegenden Momente. „Meine Tochter hat die 112 angerufen.“ Und dann hieß es Warten. „Es kam uns vor wie eine Ewigkeit, bis endlich ein Rettungswagen da war.“ Der RTW war aber nicht aus Bad Wildungen sondern aus Jesberg, wunderten sich die Schmidts.

Disponent in der Korbacher Leitstelle entscheidet

Die Hintergründe teilt Dr. Hartmut Wecker, Pressesprecher der Kreisverwaltung auf WLZ-Anfrage mit: „Der Notruf ist bei uns um 19.42 Uhr und 53 Sekunden eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt waren der Bad Wildunger und auch der Fritzlarer Rettungswagen bereits im Einsatz, sodass der nächstgelegene freie Rettungswagen der in Jesberg war. Dieser ist um 19.47 Uhr ausgerückt und war um 20.03 Uhr, also 20 Minuten nach Notrufeingang, an der Einsatzstelle in Odershausen.“

Die aktuell hohe Anzahl von Einsätzen, aber auch die Größe des Landkreises seien Gründe dafür, dass vor Ort stationierte RTW bei Notfällen mitunter nicht ausreichten. Nach Eingang des Notrufs und Abfrage des Patientenzustands entscheide der Disponent in der zentralen Leitstelle, welches Einsatzmittel das richtige ist: Krankentransportwagen, Rettungswagen oder Rettungswagen mit Notarzt. 

"Landkreisgrenzen spielen keine Rolle"

Das nächstgelegene Rettungsmittel werde über Funk alarmiert. „Landkreisgrenzen spielen dabei keine Rolle“, betont Wecker. „Es wird immer der nächstgelegene Rettungswagen alarmiert.“

 Helga Schmidt ist nach dem Kollaps glücklicherweise wieder wohlauf. „Es waren alle sehr bemüht“, betont die 67-Jährige. Für besondere Situationen bei Rettungs-Einsätzen habe man durchaus Verständnis, merkt Helmut Schmidt an. „Aber für eine so große Stadt wie Bad Wildungen ist nachts ein Rettungswagen einfach viel zu wenig.“

Hintergrund-Informationen zur zehnminütigen Hilfsfrist und Zahlen der stationierten Rettungswagen lesen Sie in der gedruckten WLZ am Samstag. 

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