Parlament beschließt auf Antrag der CDU drängende Dachreparatur

Nothilfe für das Kurhaus

Bad Wildungen - Es tropft durchs Dach, der Putz bröckelt, Decken sind marode - auf Antrag der CDU-Fraktion beschloss das Stadtparlament einstimmig Nothilfe für das Kurhaus, um den einstigen Prachtbau zumindest im Bestand zu sichern. Das Dach soll so abgedichtet werden, dass kein Wasser mehr eindringen kann.

Das Kurhaus werde regelmäßig kontrolliert - diese Information von Bürgermeister Volker Zimmermann aus den Diskussionen um das Impulspapier Kurhaus griff Mark Vaupel (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend auf. Seine Fraktion unternahm kürzlich einen Informationsbesuch in dem einstigen Prachtbau. „Bei unserem Rundgang haben wir ein weitgehend intaktes Gebäude vorgefunden, bis auf einige hervorstechende Mängel, die bei jedem Kontrollgang ins Auge stechen müssten.“

Abgebrochene Deckenstücke und Putzreste auf dem Marmorboden im Foyer, Pfützen in der Techniketage, die von undichten Stellen in der Dachfolie herrühren, ein vergammelter und schimmeliger Teppich - so skizzierte der CDU-Kommunalpolitiker seine Eindrücke.

„Im schlechtesten Zustand befindet sich das Therapeutikum an der Hufelandstraße, das erst Ende der 90er-Jahre für einen Millionenbetrag hergerichtet wurde.“ Von oben dringe ungehindert Wasser ein. Dort standen einige fast neuwertige Therapiegeräte und eine Stangerbadwanne. „Warum hat man nie versucht, dies zu verkaufen?“ Auch in exponierten Bereichen des Kurhauses sei Wassereintritt festzustellen. In der hinteren Glasgalerie, die von der Langemarckstraße zur ehemaligen Kurdirektoren-Wohnung führt, sei die Decke herunter gebrochen, beim Rundgang tropfte es in aufgestellte Eimer. Der Teppich neben dem Marmorbelag war zersetzt und von Schimmelspuren übersät. „Durch diesen Bereich gehen seit einiger Zeit auch die Kinder in den Kindergarten“, wunderte sich Vaupel.

„Wie mit Eigentum der Bürger umgegangen wurde, ist eine Unverschämtheit“

Auf Nachfrage habe die Fraktion erfahren, dass dieser Schaden schon viele Monate bekannt sei und an das Rathaus mehrfach weitergeben wurde. Vaupel: „Wie hier mit dem Eigentum der Bad Wildunger Bürger umgegangen wird, ist eine Unverschämtheit.“

Die CDU sei sich sicher, dass erst auf ihren Antrag hin ein Dachdecker mit einer Notreparatur beauftragt wurde. Vaupel warb trotzdem im Parlament um Unterstützung. „Mehr als eine Reparatur will auch die CDU zum jetzigen Zeitpunkt nicht.“ Sie dürfe allerdings nicht nur punktuell erfolgen, sondern es gehe um die gesamte Abdichtung des Gebäudes von oben, mit Ausnahme des ehemaligen Badehauses in der Mitte des Komplexes sowie die Reparatur der Dachfolie über Technikkeller und Therapeutikum. „Das muss noch geschehen, bevor Schnee und Eis alles abdecken.“

Walter Mombrei (SPD) unterstützte die Christdemokraten: „Nicht nur regelmäßige Kontrolle, sondern auch ein solcher Antrag tut gut.“ Der ausführliche WLZ-Bericht mit dem damaligen Objektleiter Gustl Weinrich (Ausgaben vom 31. Oktober und 1. November) habe einen willkommenen Überblick über architektonische Besonderheiten gegeben, die für die künftige Nutzung von Beachtung seien.

Von Conny Höhne

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare