Referent Jörg Mosler will Handwerk größeres Selbstbewusstsein einimpfen

Papierflieger und Fäuste stehen für erfolgreiche Mitarbeitergewinnung im heimischen Handwerk

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Beim Herbstevent des Handwerks in der Wandelhalle v.l.: Volker Stern, Vorstand Volksbank Kassel-Göttingen, Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze, Referent Jörg Mosler, Gerhard Brühl Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft und Christian Reuß (Vorstand Volksbank Kassel-Göttingen).

Bad Wildungen. Zum 13. Mal hatte die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg mit der Junghandwerkerschaft und den Unternehmerfrauen zum Herbstevent eingeladen, dieses Mal in die Wandelhalle Bad Wildungen.

Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze (Frankenberg) würdigte den gesunden Unternehmens-Mix im heimischen Handwerk.

Christian Reuß, vom Vorstand der Volksbank Kasse-Göttingen riet den Handwerkern: „Sorgens sie dafür, dass andere nach außen positiv über ihr Unternehmen sprechen, denn das ist nicht nur glaubwürdig, sondern auch besonders effektiv.“ Positive Beurteilungen zahlten sich nicht nur durch die klassische „Mund-zu-Mund-Propaganda aus, sondern verbreiteten sich schnell im Netz, „machen sie ihre Kunden also zu digitalen Boschafter für ihr Haus“.

Über Auftritte in den sozialen Medien sprach folgerichtig der Redner des Abends, Jörg Mosler, in seinem Vortrag „Die Fachkräfteformel“. Darin ging es vor allem um die „Mitarbeitergewinnung für das digitale Handwerk“.

Bevor er sich dem Reden und Schreiben widmete, war Mosler 16 Jahre lang im Handwerk aktiv, mit 23 Jahren Dachdeckermeister und Chef von 15 Mitarbeitern. „Aber“, so der Referent: „Ich habe gemerkt, dass ich nicht mit Leidenschaft Handwerker war und habe mich deshalb entschlossen, das Handwerk auf meine Art und Weise zu fördern und zu unterstützen.“ Als Redner und Buchautor.

Er arbeite auch dafür, dass eines Tages der Sohn oder die Tochter eines Arztes Maurer werden wollten. Das wertvollste Gut für das Handwerk der Zukunft sei die Aufmerksamkeit. Das ziehe Talente an. Der wichtigste Trumpf des Handwerks sei dabei die Nähe zu den Menschen, zu Mitarbeitern und Kunden.

Das Handwerk nutze sein „riesengroßes Potenzial“ noch nicht einmal annähernd aus. Mosler: „Leute lasst uns mal auf den Putz hauen und nicht immer wieder den Fehler machen: das haben wir schon immer so gemacht“. Der Redner zog seine Zuhörerinnen und Zuhörer interaktiv in seinen mit Begeisterung und Leidenschaft vorgetragenen Worte mit ein, ließ sie Papierflieger falten, die Fäuste ballen, ließ die Hände heben, aufstehen und lachen. Nur mit Leidenschaft seien Menschen zu gewinnen und auch in den sozialen Medien gehe es nicht um Technik, sondern um pure Emotionen. Jeden Mitarbeiter könne man motivieren, „aber nicht jeden auf die gleiche Art“. (szl)

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