Krimi-Fans freuen sich auf eigene Reihe mit Autorenlesungen im November

Paradies für mordlustige Bücherwürmer

Bad Wildungen - Die Volkshochschule Bad Wildungen, die Stadtbücherei, die Krimi-Bibliothek in der Wandelhalle und die Buchhandlung Buchland haben eine neue Veranstaltungsreihe mit Autorenlesungen von Kriminalromanen vorbereitet.

Kulturbeauftragter Bernhard Weller: „Krimis haben Hochkonjunktur.“

Wobei - streng genommen - die meisten dieser Werke keine Krimis im engeren Sinn darstellen, sondern Detektivgeschichten sind. Beide Genres lassen sich relativ leicht voneinander unterscheiden. Bei Krimis ist der Täter dem Schmökernden bekannt und die Spannung entsteht durch die Frage, wie der Detektiv dem Verbrecher auf die Schliche kommt. Mustergültig setzte die legendäre „Columbo“-Fernsehreihe dieses Prinzip um.

Detektivgeschichten lassen den Beobachter hinsichtlich der Identität des Verbrechers im Ungewissen. Wer war’s? Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes oder Agatha Christies Miss Marple beantworten diese Frage so klassisch brillant wie kaum jemand anderes.

Ungeachtet solcher Feinheiten ist jedes vierte verkaufte Buch inzwischen ein Kriminalroman. „Und es gibt auf dem Büchermarkt für jeden Krimifreund etwas, vom politischen Thriller bis zu den Regionalkrimis“, sagt Bernhard Weller.

Zwar seien internationale Autoren wie Henning Mankell oder Patricia Cornwell nach wie vor sehr beliebt, doch drängten zunehmend deutsche Krimiautoren und -autorinnen auf den Markt.

Einen Einblick in die Szene von Kriminalromanen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - von der „True crime-Literatur“ (die auf wahren Begebenheiten fußt) bis zur Kultserie „Tatort“ - gewährt den Wildungern bald Angela Eßer. Sie ist Sprecherin der „SYNDICATs Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur“ und trägt im Rahmen der Senioren-Uni am Dienstag, 24. November, 14.30 Uhr, in der Wandelhalle vor.

Die neue Krimi-Lese-Reihe beginnt bereits am Donnerstag, 22. Oktober um 19.30 Uhr im Quellencafé in der Wandelhalle mit dem Autor Volker Kutscher, der aus seinem Kriminalroman „Märzgefallene“ liest. Der Autor gehört zu den Großen seines Faches, seine Erzählungen um Kriminalkommissar Gereon Raht stehen regelmäßig ganz oben auf den Bestsellerlisten. Seine Bücher werden auch wegen der Schilderungen des politischen Hintergrundes zur Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten gerühmt.

Donnerstag, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Quellencafé: Klara Holm liest aus ihrem Regionalkrimi „Möwenfraß“, der auf der Insel Rügen spielt.

Donnerstag, 26. November, 19.30 Uhr, Quellencafé: In Jan Seghers sorgfältig recherchierter „Sterntaler-Verschwörung“ geht es um politische Intrigen und wirtschaftliche Interessen.

Der Eintritt zu all diesen Lesungen beträgt 5 Euro.

Am Dienstag, 10. November liest außerdem Andreas Schlüter in der Stadtbücherei aus seinem Roman „Spacekids“ für zwei eingeladene Schulklassen.

„Oslo-Syndrom“ kitzelt das Zwerchfell im ThaBu

Zu der Buch-Erlebnisreihe passt das Stück eines kleinen Ensembles der Theatergruppe „Thespis-Karren“: An drei Tagen im November - am Freitag, 6., Samstag, 7. und Sonntag, 8. - wird jeweils ab 19.30 Uhr im Theater am Bunker (ThaBu) die Kriminalkomödie „Das Oslo-Syndrom“ aufgeführt.

Sie dreht sich um die ehemaligen Bergbau-Kumpels Hans-Georg und Walter, die die Bürgerbank Bad Wildungen ausrauben wollen, um sich ihren tristen Lebensabend ein wenig zu versüßen. Das gut geplante, doch gewagte Unternehmen scheitert an der mangelnden Routine des Duos. So werden die zwei gutmütigen Bankräuber zu gefährlichen Geiselnehmern, und schnell mutieren die zwei Täter im Inneren der Bank zu Opfern, weil sie nicht mit den mörderischen Plänen ihrer Geiseln rechnen.

Von Werner Senzel

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