Stadt investiert in Kita-Gebäude und Bildungsarbeit – könnte aber zu höheren Gebühren gezwungen werd

Paradiesische Preise in großer Gefahr

+
Aktuell saniert und baut die Stadt Webers Kita aus. 2015 soll die Qualität der Erziehung und Bildung in den städtischen Kitas weiter steigen. Zugleich könnte Hessens Finanzminister die Wildunger Politiker zwingen, die Gebühren drastisch anzuheben.Foto: Archiv

Bad Wildungen - 300000 Euro sollte die Sanierung von Webers Kindergarten kosten. 50000 Euro teurer wird das Projekt, „was einen Kraftakt bedeutet, aber wir wollen einen hohen baulichen Standard in den Betreuungseinrichtungen“, sagt Bürgermeister Volker Zimmermann. Die Kleinen fühlen sich mit ihren Erzieherinnen unterdessen wohl im Übergangskiga im Kurhaus.

„So schön, wie es in der Langemarckstraße ist, gehört die Tagesstätte aber in die Altstadt“, fügt Zimmermann hinzu. Am Stammsitz wurde die Außenfläche für den Balkonanbau frei geräumt. Eine Gasse ist eingerichtet für die Bau-Lkw, die Schutt abtransportieren oder Material anliefern.

Der Dachdecker hat die Arbeiten erledigt, die nötig waren, um aktuelle Auflagen des Brandschutzes zu erfüllen. In diesen Tagen sollen die neuen Fenster gebracht und eingebaut werden.

Angebote für die Rohbau-, Schlosser-, Balkon-, Elektroarbeiten und weitere Gewerke liegen vor. Der Magistrat entschied gestern über die Vergabe. Im laufenden Jahr kann und soll es daher an der Baustelle weitergehen.

Nach dem Umbau sollen weitere Plätze entstehen für Kinder unter drei Jahren, sodass dann alle vier städtischen Kitas Mädchen und Jungen ab dem zweiten Lebensjahr aufnehmen. 37 Kinder der städtischen Einrichtungen gehören aktuell dieser Altersgruppe an. Die Tendenz zeige, dass eine wachsende Zahl von Eltern der Unter-Dreijährigen dieses Angebot nutzen wolle, sagt Sozialamtsleiterin Renate Hinse.

Den äußerlichen Rahmen, den die Gebäude bieten, sollen und wollen die Erzieherinnen mit einer qualitativ hochwertigen Erziehung und Bildungsarbeit füllen, unterstreicht sie. Allen Kindern sollen möglichst große Chancen für ihre Zukunft eröffnet werden. „Neue Qualitätsstandards und gemeinsame Ziele werden zurzeit für die städtischen Kitas erarbeitet. In Planung ist eine Zertifizierung für das Qualitätsmanagement im Frühjahr 2015“, fügt Renate Hinse hinzu.

All diese Möglichkeiten stehen den Eltern und ihren Sprösslingen zu günstigen Gebühren zur Verfügung und die große Mehrheit der Stadtverordneten will daran bisher nicht rütteln. Bald könnten sie gezwungen werden, die Preise drastisch zu erhöhen, fürchtet Bürgermeister Volker Zimmermann und kritisiert deshalb die Haushaltspolitik des Landkreises.

Von 65 Euro auf 170 Euro pro Kind und Monat

„Für 2015 schreiben wir im Wildunger Etat ein kleines Plus. Wenn der Landkreis aber die Umlage, die wir Kommunen an ihn zu zahlen haben, tatsächlich um zwei Prozent erhöht, rutschen wir ins Defizit“, erklärt er. Mit dramatischen Folgen, denn dann müsste Bad Wildungen einem Erlass des Finanzministers Gehorsam leisten. Dieser schreibt vor, dass die Kosten für die Kigas zu 30 Prozent aus Elternbeiträgen gedeckt werden müssen. „In Bad Wildungen würde die Gebühr pro Kind und Monat dann von 65 auf 170 Euro steigen“, rechnet der Rathauschef vor. Gemeinsam mit den übrigen Bürgermeistern Wal­deck-Frankenbergs fordert er deshalb den Landkreis auf, Kosten zu drücken, statt die Kreisumlage zu erhöhen.

Von Matthias Schuldt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare