Bad Wildungen

Das Parlament ist keine Muppet-Show

- Bad Wildungen (jm). Trotz Tropenhitze im Festzelt: Bürgermeister Volker Zimmermann hatte am Mittwoch beim traditionellen „Heiligen Abend“ im Festzelt keine Scheu, die heißen Eisen der Stadtpolitik anzufassen.

Zur Erfrischung schenkte er seinen Zuhörern hier und da reinen Wein ein, der manchem eher wie eine kalte Dusche vorgekommen sein mag. Zimmermann verwies auf den Sparzwang, unter dem die Stadt steht, und nannte ein derzeit viel diskutiertes Beispiel: „Der vom Parlament vor Jahren getroffene Beschluss, in die Wandelhalle mit Millionenaufwand zu investieren, war gleichzeitig ein Beschluss, das Kurhaus als öffentliche Gemeinschaftseinrichtung aufzugeben. Das ist die Wahrheit und alles andere leider Träumerei.“ Man könne zwar Luftschlösser bauen, „aber muss man mit dem ganzen Hausrat einziehen?“. Die Stadt werde sich von weiteren Liegenschaften trennen, jedes Straßenbauprojekt werde auf den Prüfstand kommen. Als drastische Einsparidee warf der Rathauschef dem Publikum zu: „Friedhofsmauern sind die unsinnigste Investition. Die, die davorstehen, wollen nicht rein, und die, die drin sind, können nicht raus.“ Zugleich verteidigte Zimmermann die Investitionen in den Bürgerpark „Alter Friedhof“ und das Lindentor: „Die Altstadt braucht für ihre Zukunft gute Wohn- und Lebensverhältnisse.“ Mit solchen und ähnlichen Entscheidungen könnten sich Bürgermeister und Stadtverordnete häufig nur unbeliebt machen, räumte Zimmermann ein. Aber: „Wenn Beliebtheit das ausschließliche Kriterium für die Wahl eines Politikers wäre, dann wäre Donald Duck Bürgermeister und die Muppets säßen im Stadtparlament.“ Volker Zimmermann hält es nach eigenen Worten mit Martin Luther: Die Leistungsfähigkeit eines Bürgermeisters erkenne man daran, dass er höchstens vier Freunde habe. Mit Blick auf die sogenannte große (und zerstrittene) Politik verwies er auf das ehrenamtliche Engagement der Kommunalpolitiker: „Bei aller Unterschiedlichkeit in den Ansichten geben diese gewählten Bürgerinnen und Bürger ihr Bestes für unsere Stadt.“ Alle gemeinsam hätten es mit Bürgern, Gewerbetreibenden und vielen mehr geschafft, die gute und reiche Vergangenheit zu bewahren und Neues zu ermöglichen

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