Betreiber tritt Reha-Aufenthalt an und steht in juristischem Streit mit Kreisbauamt

Partybunker vorläufig geschlossen

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Bad Wildungen - Der Partybunker gegenüber dem „Fürstenhof“ bleibt vorläufig geschlossen. Der Betreiber geht auf WLZ-FZ-Nachfrage von vier Wochen aus.

Er tritt einen Reha-Aufenthalt an. Anders als beim Café Schwarze trifft die Nachricht von der Pause im Bunker keineswegs auf ungeteilte Trauer in der Stadt. Im Schatten des früheren Schutzraumes aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges lösen Lärm und Randale seit Jahren Unmut bei Anwohnern und Klinikpatienten aus.

„An Wochenenden lassen viele Reha-Gäste ihr Fenster nachts nicht auf, weil es zu laut ist“, berichtet eine Wildungerin aus Gesprächen mit Patienten.Wer umsichtig handelt, „lässt sein Auto über Nacht nicht in der kleinen Allee stehen“, meint ein Nachbar zu den Vorgängen. Papierkörbe würden immer wieder aus ihren Halterungen getreten, Blumenbeete verwüstet, häufig von sehr stark angetrunkenen, nicht selten sehr jungen Jugendlichen.

Polizei und Ordnungsamt kennen die Schwierigkeiten. Gewalt im Nachklang zu oder Umfeld von Bunkerbesuchen war mehrfach Thema von Polizeiermittlungen und Strafprozessen am Fritzlarer Amtsgericht.

„Wir haben vor dem Hintergrund der Probleme Verfahren gegen den Betreiber eingeleitet“, bestätigt Ordnungsamtsleiter Martin Segeler. Inzwischen beschäftige sich das Kreisbauamt mit dem Partybunker. Die Presseabteilung bestätigt das auf Anfrage. Das Kreisbauamt könne wegen des schwebenden Verfahrens aber keine Angaben dazu machen. Der Betreiber hat die Sache seinem Anwalt übergeben. Eine Rolle spielen demnach auch alte Baupläne, die zurzeit nicht aufzufinden sind.

„Seit den 1960er- und 70er-Jahren dient der Bunker ja bereits als Gaststätte. Vor fünf Jahren haben wir den Partybunker eröffnet. Seit vier Jahren befinden wir uns in Diskussionen mit der Stadt wegen der Konzession“, berichtet er.Das Ordnungsamt werfe ihm vor, den Bunker nicht allein als Gaststätte zu betreiben – wie es die Erlaubnis vorsieht – sondern in Form einer Discothek. „Dabei sind die Grenzen doch schwammig. After-Work-Partys gehören in Großstädten zum Alltag“, meint der Wirt.

Dass Randale auf der Allee im weiteren Umkreis seines Betriebes vorkommt, leugnet er nicht, „aber unser Hausrecht erstreckt sich nur aufs Grundstück.“ Bei den Randalierern handele es sich um Leute, die ein Hausverbot kassiert hätten oder gar nicht erst eingelassen würden, weil sie schon angetrunken am Eingang einträfen.

Von der Polizei können in ihrer Nachtruhe Gestörte nicht immer sofortige Abhilfe erwarten. Ursache: die bekannte nächtliche Unterbesetzung der Stationen im ländlichen Raum.

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