Festakt mit Ehrungen zum 100-jährigen Bestehen des Turn- und Sportvereins in Gellershausen

Persönlicher Blick auf ein Jahrhundert

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Im Rahmen des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen des TSV ehrten Joachim Schmolt und Uwe Steuber sowie der Vorsitzende Helmut Münch (Vierter von links) Mayk Klapfer, Heinrich Paar, Frank Schnackenberg, Lothar Lange, Heinrich Münch, Harald Wieck, Horst Hartmann und Klaus Heck (von links). Fotos: Andrea Pauly

Edertal-Gellershausen - Ein Festakt mit alten Fotos, Audio-Einspielungen und Darbietungen: Für dieses gelungene Konzept ernteten der TSV-Vorsitzende Helmut Münch und sein Team am Samstagabend gleich mehrfach Anerkennung. Der zweieinhalbstündige Kommers war prall gefüllt mit Anekdoten und persönlichen Erinnerungen.

Zahlreiche Mitglieder, Ehemalige und Ehrengäste sowie eine Delegation aus Gellershausen in Thüringen waren ins Dorfgemeinschafthaus gekommen. Dort zeichnete Vorsitzender Helmut Münch mit der Unterstützung anderer Mitglieder ein abwechslungsreiches und von persönlichen Erzählungen geprägtes Bild von der Geschichte des Vereins. Von der Gründung des TSV im Jahr 1913 spannte er den Bogen zunächst hin zum Theaterspiel, das in den Anfangszeiten zum Vereinsleben gehörte. Daran erinnerte sich in einem 25 Jahre alten Audio-Einspieler Gastwirt Wilhelm Hecker. Nach dem Zweiten Weltkrieg eroberte eine neue Sparte den TSV: Der Fußball. Hermann Weinreich war in einer weiteren Einspielung zu hören und berichtete, dass die Ausrüstung fehlte – und so musste man ein Tor klauen. An den historischen Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte erinnerte Heinrich Tönges: Er war dabei, als der TSV Gellershausen in Korbach 0:19 verlor. „Das war ein Jahrhundertereignis, allerdings ein negatives“, sagte Tönges. In den 100 Jahren Vereinsgeschichte sei so etwas sonst nicht vorgekommen -und er hoffe auch, dass es nie wieder vorkomme. Auch Heinrich Paar, Bernd Mette und Wilhelm Blümer berichteten von Besonderheiten aus der Fußballsparte - letztere blickten etwa auf die Gründung der Spielgemeinschaft Wesetal zurück, in der sich die ehemals sehr gegnerisch eingestellten Mannschaften aus Gellershausen und Kleinern verbanden. Die Sparte Damengymnastik bot einen wahrlich lebendigen Einblick: Die Sportlerinnen zeigten einen Tanz zu John Miles‘ „Music“ und sorgten im abgedunkelten Saal mit Taschenlampen für Lichteffekte. Harald Wieck erinnerte an den Bau des Tennisplatzes zu den Zeiten, als Boris Becker und Steffi Graf für einen Tennis-Boom gesorgt hatten. Die einst sehr aktive Sparte wünscht sich derzeit neuen Nachwuchs - der Platz ist auf aktuellem Stand. Und auch die scherzhaft „Laufbären“ genannten Mitglieder Laufsparte ließen die Zuschauer im Saal an Erfolgen und kleinen Missgeschicken teilhaben. Helmut Wünsch resümierte: „Wenn man Bilanz zieht, erkennt man sehr schnell, dass die Rolle des Vereins keinesfalls statisch ist, sondern sich immer weiter entwickelt hat“. Er verwies auf die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche heute motiviert und „abgeholt“ werden müssten. Die Begeisterung für den Sport in der Gemeinschaft zu wecken solle die Aufgabe des Vereins in der Zukunft sein. Grußworte sprachen Ortsvorsteher Heinrich Hauer, der sich wünschte, dass der TSV als Teil der dörflichen Kultur in Gellershausen erhalten bleibt. Bürgermeister Klaus Gier sagte dem Verein auch weiterhin die Unterstützung der Gemeinde zu. Er dankte Münch und seinem Team für die Organisation der gelungenen Jubiläumsveranstaltungen und fügte als ehemaliger Affolderner Fußballer hinzu, dass die Spiele gegen Gellershausen zwar immer verbissen, aber von sportlicher Fairness geprägt gewesen seien. Der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf verwies auf die lange Vereinsgeschichte und die Herausforderungen, die der Verein erfolgreich angenommen hatte. Der Vorsitzende des Sportkreises Uwe Steuber schloss sich mit Glückwünschen an, ebenso der Vorsitzende des TuS Kleinern Harald Wittekind, der auch für alle befreundeten Vereine sprach, sowie der stellvertretende Vorsitzende des SV Gellershausen/Thüringen. Der Posaunenchor umrahmte das Programm und lud zum Schluss dazu ein, das Vereinslied zu singen. Und so stimmten die Gäste ein, als es hieß „Gellershausen, du darfst niemals untergehen“.

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