Edersee

PFC-Fingerprint im Edersee

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- Edersee (höh). Verunreinigter Klärschlamm wurde vor über sechs Jahren durch kriminelle Machenschaften aus einem Betrieb in Nordrhein-Westfalen auch auf hessischen Feldern aufgebracht. Im August 2010 wurden erhöhte Werte im Reiherbachtal bekannt (WLZ berichtete), und die Suche nach der kontaminierten Fläche begann.

Im Zuge der andauernden Untersuchungen entnahmen Mitarbeiter des Landesamts für Umwelt und Geologie auch Proben aus dem Edersee, in den der Reiherbach mündet. Die Ergebnisse liegen inzwischen vor. Thorsten Neels, Pressesprecher im Hessischen Umweltministerium, auf WLZ-Anfrage: „Wir haben einen sogenannten Fingerprint, eine PFC-Signatur, gefunden.“ Das sei jedoch keine Folge des Klärschlamm-Skandals. „Es ist ein Fingerprint, den man überall finden kann, zum Beispiel in Wasserorganismen.“

30 bis 40 Fische aus dem Edersee wurden auf perfluorierte Chemikalien (PFT/PFC) untersucht. Im Muskelfleisch der Fische wurden die Stoffe in unterschiedlicher Konzentration nachgewiesen. Die Werte bewegten sich von 7,6 Nanogramm pro Kilo Körpergewicht bei einem Schuppenkarpfen bis hin zu 200 Nanogramm bei einem Aal. Neels stuft diese Werte als nicht besorgniserregend ein. „Man müsste 28 Kilo von dem am meisten belasteten Aal essen, bis der gesundheitsgefährdende Wert erreicht ist.“ Warnungen vor Verzehr seien daher nicht angebracht.

Rund um den Reiherbach werde das „Monitoring“ fortgesetzt: In unterschiedlichen Intervallen werden Proben entnommen. Acht Wochen dauert es, bis sie ausgewertet sind. Nach derzeitigem Stand gibt der Ministeriumssprecher Entwarnung: Die festgestellten Konzentrationen seien „tendenziell rückläufig“.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag, 22. September.

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