Kreisbauernverband wirbt mit Plakatwänden für hochwertige und sichere Nahrungsproduktion

Pflanzenschutz per GPS und Satellit

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Der Kreisbauernverband Waldeck wirbt für Pflanzenschutz; die erste von drei Plakatwänden stellten Geschäftsführerin Stephanie Wetekam (links) und Vorsitzender Carsten Schmal (rechts), Dirk Monstadt vom Bezirksverband Bad Wildungen/Edertal (2. v.l.) und Landwirt Thomas Meyl auf einem Feld in Mehlen auf. Weitere folgen in Korbach und Volkmarsen.Foto: Höhne

Edertal-Mehlen/Bad Wildungen - Bundesweit wirbt die Landwirtschaft mit einer Plakataktion für hochwertige und sichere Nahrungsproduktion. „Pflanzen ernähren und schützen“ lautet der Titel eines Transparents, das der Kreisbauernverband auf einem Getreidefeld im Bezirk Bad Wildungen/Edertal aufstellte.

„Landwirte werden häufig kritisiert wegen Pflanzenschutz und Düngung“, sagte Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Wal­deck. Dabei sei es auch in heimischen Gärten üblich, Blattläuse an Rosen mit chemischen Mitteln zu vernichten.

Die 120 in Deutschland gehandelten Pflanzenschutzmittel­ würden gezielt eingesetzt, um einen optimalen Ertrag und beste Qualitäten zu erzielen. „Hierzu zählt, Kulturpflanzen vor Umweltschäden, Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern zu schützen und dem Boden die Nährstoffe wieder zuzuführen, die ihm durch das Erntegut entzogen werden“, ergänzte Carsten Schmal, Vorsitzender des Kreisbauernverbands.

Weizen, Korn und Co. müssen sich gegen Unkräuter behaupten, die Licht, Wasser, Nährstoffe und Standraum entziehen. Blattläuse, Raupen und Schnecken fressen an den Pflanzen, Pilze wie Knollenfäule der Kartoffel oder Mutterkorn bei Roggen lassen Früchte faulen und verursachen durch giftige Stoffwechselprodukte Gesundheitsgefährdungen bei Menschen.

„Bei allen Nutzpflanzen treten jährlich weltweit über 30 Prozent Ernteverluste durch Schädlingsbefall und Krankheiten auf“, so Schmal. Durch Standort, Fruchtfolge, gesundes Saatgut werde chemischer Pflanzenschutz auf das Minimum reduziert. Hinzu komme technischer Fortschritt mit GPS. „Mit einer satellitengesteuerten Pflanzenschutzspritze wird kein Zentimeter doppelt behandelt.“

Teurer Dünger werde nicht zuletzt nach einer Kostenexplosion sorgsam eingesetzt. Regelmäßige Bodenanalysen seien Pflicht und lieferten wichtige Details über fehlende oder überschüssige Inhaltsstoffe. „Ohne Pflanzenschutz und Düngung geht es gar nicht, diese Mengen, die wir benötigen, zu produzieren“, bekräftigt Wetekam, und das auch noch zu günstigen Preisen. Darauf sollen Plakatwände aufmerksam machen. Ein Transparent steht in einem Feld des Mehlener Landwirts Thomas Meyl, weitere werden in Korbach und Volkmarsen aufgestellt.

Bei sinkenden Viehzahlen auf 0,7 Großvieheinheiten (GV) pro Hektar sei der Kreis von Massentierhaltung weit entfernt. „Bei Regionen mit drei GV gibt es ganz andere Probleme, beispielsweise mit Gülle“, merkt Schmal an. Die Milcherzeuger hätten aktuell zufriedenstellende Preise. Die Erlöse schwächeln dagegen bei den Schweinehaltern, wo der erwartete Preisanstieg zur Grillsaison nach Einbrüchen im Export ausgeblieben ist, berichtete Dirk Monstadt, Bezirksvorsitzender Edertal/Bad Wildungen.

Von Conny Höhne

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