Erfreuliche Resonanz beim Pflegetag

"Pflege in Hessen integriert": Zweite Klasse des Bad Wildunger Pilotprojekts geplant

Pflege integriert: Sevgi Horn vom Waldecker Diakonissenhaus Sophienheim demonstriert den richtigen Umgang am Pflegebett eines Patienten. Foto: Senzel

Bad Wildungen. Das Pilotprojekt „Pflege in Hessen integriert“ läuft erfolgreich an der Bad Wildunger Hans-Viessmann-Schule.

Sie ist eine von zwölf hessischen Standorten für das vom Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium erarbeitete Angebot für Menschen unter 25 Jahren mit Migrationshintergrund.

In zwei Jahren werden junge Männer und Frauen in dualen Kursen auf den Beruf des Altenpflegers vorbereitet. Gleichzeitig können die Teilnehmer den Hautschulabschluss erlangen. Unterrichtet wird in den Fächern Deutsch, Mathematik, Politik und Wirtschaft. Voraussetzung für die Teilnahme an der Bildungsmaßnahme ist die Beherrschung der deutschen Sprache in Schrift und Aussprache.

Ausgerichtet wurde kürzlich der zweite Pflegetag in Kooperation von Viessmann-Schule und Waldeckischem Diakonissenhaus Sophienheim (Bad Arolsen). Das Diakonissenhaus ist als Altenpflegeschule für die theoretische Ausbildung in der Altenpflegehilfe und den Kontakt zu den Praxiseinrichtungen zuständig.

Im Frühjahr hatte die erste Klasse des neuen Projekts „Pflege integriert“ mit 18 Schülerinnen und Schülern den Unterricht aufgenommen. Die Träger hoffen, dass zum nächsten Schuljahr eine weitere Klasse an den Start geht. Dazu ermutigt das rege Interesse am Pflegetag. 38 Schülerinnen und Schüler von Reichpräsident Friedrich Ebert-Schule (Fritzlar), Ense-Schule (Bad Wildungen), Gustav-Heinemann-Schule (Borken), Hans-Viessmann-Schulen (Bad Wildungen, Frankenberg) ließen sich ausführlich über das Angebot und die beruflichen Möglichkeiten informieren.

Begrüßt wurden die Interessenten von der Abteilungsleiterin Gesundheit an der Viessmann-Schule, Tatjana Anjelski, Schulleiter Klaus Lötzerich, sowie Silke Kaufmann vom Diakonissenhaus und Jochen Weimer vom Bundesamt für Familie und zivilrechtliche Aufgaben. Ein kurzer Film führte in die Materie ein. An sieben Übungsstationen ging es dann um alltägliche Praxissituationen in der Altenpflege.

Auszubildende des Waldecker Diakonissenhauses zeigten beispielsweise, wie rückenschonendes Heben und die Arbeit am Krankenbett funktioniert, „Altersanzüge“ mit Gewichten simulierten die Veränderung der Beweglichkeit alter Menschen und ein Tremor-Handschuh ließ das Zittern von Seniorinnen und Senioren nachempfinden. Sehbehinderungen konnten die jungen Leute durch Spezialbrillen am eigenen Körper nachempfinden und so ein Gefühl für die Sorgen und Nöte der alten Menschen entwickeln.

Von Werner Senzel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare