Brutgeschäft beginnt: Greifvogelstation im Wildtierpark Edersee rechnet mit 20 Jungvögeln von sieben Arten

Was piepst denn da?

Edersee - In der Greifvogelstation im Wildtierpark Edersee beginnt das Brutgeschäft. Rund 20 Jungtiere erwartet Falkner Ludger Kluthausen in den nächsten Wochen und Monaten von Mönchsgeier, Schwarzmilan, Rotfußfalke & Co.

Die Luggerfalken haben es besonders eilig. „Die ersten drei Jungvögel sind schon da“, berichtet der Falkner. In den kalten Frühlingstagen werden sie unter dem Schutz von Wärmelampen großgezogen. Das Zweitgelege ist bereits in der Brutmaschine. Und in anderen Volieren des Wildtierparks wird munter gebalzt. Rot- und Schwarzmilan legen Ende April/Anfang Mai Eier ins Nest, Rotfußfalken sind mit Ende Mai vergleichsweise spät dran. „Wenn‘s gut läuft, erwarten wir insgesamt 20 Jungvögel von sieben Spezies“, schätzt der Falkner. Einige werden behalten als Nachwuchs für die Greifenstation, wenn natürliche Todesfälle die Reihen lichten oder weil etwa ein wilder Uhu einen Vogel geschlagen hat.

Andere Jungtiere werden verkauft oder getauscht. Dabei hält die Greifenstation immer nach neuen Arten Ausschau, insbesondere die auffallenden Bart- und Schmutzgeier fehlen noch in der Ausstellung. Aber Nachwuchs dieser Arten ist aktuell in Europa kaum zu haben, weiß Kluthausen. Und ganz billig sind die Vögel nicht. Mit 10 000 bis 20 000 Euro rechnet der Falkner pro Exemplar.

Während in den Volieren die neue Brutsaison eingeläutet ist, trainieren die Stars der Flugschau für ihren täglichen Auftritte um 11 und 15 Uhr vor erwartungsvollen Zuschauern. Spektakulär sind die großen Mönchsgeier mit bis zu 2,80 Meter Flügelspannweite. Wenn diese fliegenden Riesen bei der Flugschau plötzlich von dem kleinen, aber pfeilschnellen Luggerfalken Gerri mit nur 80 Zentimetern Flügelspannweite attackiert werden, müssen viele Beobachter schmunzeln. „Das ist so wie David gegen Goliat“, lacht Kluthausen. Dienstältester im Kreis der Gefiederten ist Gänsegeier Ernie, der als Jungtier zur Greifenstation kam und inzwischen 16 Jahre bei Schauen mitfliegt.

38 verletzte Vögel in der Auffang- und Pflegestation

In der angeschlossenen Auffang- und Pflegestation wurden im Jahr 2014 insgesamt 38 verletzte Vögel aufgenommen. Das ist vergleichsweise wenig, in anderen Jahren sind es meist 70 bis 100 Tiere, berichtet Theo Koch von der Greifenstation im Wildtierpark Edersee. Die Zahl schwanke, je nach Futterangebot und Vermehrung der wild lebenden Vögel. Unter den Tieren sind Turmfalke, Mäusebussart, Uhu, Waldohreule und Sperber. Etliche sind als Jungvögel aus dem Nest gefallen. Sie wurden aufgepäppelt und in die Freiheit entlassen. Andere zogen sich im Straßenverkehr, an Hochspannungsleitungen oder anderen Hindernissen Verletzungen zu. Nicht alle Tiere genesen vollständig und können wieder ausgewildert werden. Bei dem Fischadler, der sich in einem Netz in einem Baum an der Werbe verfangen hatte (WLZ berichtete), ist es erfolgreich gelungen, bescheinigt Koch. (höh)

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