Nur Bad Füssing und Bad Kissingen vor Bad Wildungen

Auf Platz drei der Heilbäder-Hitliste

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Ob zweit- oder drittgrößtes deutsches Heilbad – die in Stein gehauenen Kurgäste am Wildunger Brunnen nehmen unbeeindruckt vom aktuellen Kurortranking ihr Dauerbad.Foto: Schuldt

Bad Wildungen - Im Kopf-an-Kopf-Rennen der beliebtesten deutschen Heilbäder liegt Bad Wildungen nach einer internen Statistik knapp hinter Bad Kissingen auf Rang drei. Uneinholbar scheint einmal mehr das bayerische Bad Füssing. Der Thermalkurort wurde 2011 Spitzenreiter mit 2,5 Millionen Übernachtungen im Jahr.

In der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend in der Wandelhalle gab Reckhard Pfeil vom Wildunger Stadtmarketing die mit Spannung erwarteten aktuellen Zahlen einer selbst recherchierten bundesdeutschen Heilbäder-Hitliste bekannt.

Selbstbewusst wirbt die Badestadt als Hessens größtes Heilbad, verweist auf die höchste Dichte an Heilquellen und die größte Zahl an Fachkliniken oder auf Superlative wie „Europas größten Kurpark. Pfeil: „Wir haben auch Europas kleinsten Kurpark vorzuweisen - in Reitzenhagen.“

Deutlich zugelegt

Aber spiegelt sich das Besondere in der Beliebtheitsskala wider? Mangels offizieller Statistik sammelten Mitarbeiter des Stadtmarketings in einer aufwändigen Recherche Daten. Anfragen beim Hessischen und deutschen Heilbäderverband nach touristischen Kennzeichen, Internet-Recherchen bei Kurorten, Statistischen Landesämtern und Presse sowie eine direkte Umfrage bei 40 Heilbädern flossen in das Kurortranking ein. „Zum Vergleich wurden nur die klassischen Heilbäder herangezogen“, erläutert Pfeil.

Erfreulich: Bad Wildungen legte nach dem Rückgang in 2010 wieder zu. 2011 stiegen die Gästezahlen um 3,1 Prozent auf 124076, die Übernachtungszahlen um 8,8 Prozent auf 1,42 Millionen. Damit ist die Kurstadt auf Platz drei der beliebtesten deutschen Heilbäder und toppt sogar das beliebte Seebad St. Peter-Ording.

Obwohl die Kurve deutlich nach oben zeigt in Wildungen und Reinhardshausen, sind die Zahlen von den Spitzenjahren vor der Kurkrise noch weit entfernt. Über zwei Millionen Übernachtungen wurden in den 90er Jahren registriert.

Optimistisch stimmt das erste Quartal 2012: 7566 Gäste in Bad Wildungen (plus 2,3 Prozent) und 104854 Übernachtungen (plus 4,15 Prozent) in der schwachen Wintersaison. In Reinhardshausen wurde sogar ein Anstieg von 17,4 Prozent auf 11060 Gäste und von 9,86 Prozent auf 209877 Übernachtungen verbucht.

Die selbst erstellte Hitliste hat nur einen Haken: Ein genauer Vergleich bleibt wegen unterschiedlicher Methodik und Datenquellen schwierig, gibt Pfeil zu bedenken. In die Statistik fließen nur Zahlen aus Betrieben ab neun Betten ein, eine Schätzung in Kleinbetrieben sei nicht möglich. Sein Fazit fällt daher so aus: „Bad Wildungen zählt zur Spitzengruppe der führenden Heilbäder Deutschlands.“ Mit Ausnahme des Jahrs 2010 verzeichne die Badestadt dauerhaft steigende Gäste- und Übernachtungszahlen. Die Zahl der Privatgäste steige gegenüber den Sozialgästen kontinuierlich weiter an. Bei den Übernachtungszahlen liefert sich Wildungen seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bad Kissingen, das in 2011 mit rund 110000 Übernachtungen mehr die Nase vorn hatte.

Gästeanfragen in den Tourist-infos nehmen stetig zu. Im ersten Quartal 2012 wurden bereits 5047 Anfragen registriert.

Hintergrund

Die Hitliste der deutschen Heilbäder nach Übernachtungszahlen: Bad Füssing (284?241 Gäste und 2,58 Millionen Übernachtungen. Bad Kissingen (229?626/1,53 Millionen). Bad Wildungen (124?076 Gäste und 1,42 Millionen Übernachtungen). Wiesbaden (590?991 Gäste/1 Million Übernachtungen). Willingen (353?120/1 Mil-?lion). – Die Plätze sechs bis elf gehen an Bad Oeynhausen, Baden-Baden, Bad Reichenhall, Bad Salzuflen, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Kassel. Zum Vergleich das führende Seebad Kühlungsborn: 383?000 Gäste, 2,35 Millionen Übernachtungen.(höh)

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