Prachtbauten und Bausünden

Bad Wildunger Bäderarchitektur: Ausstellung mit historischen Fotos und Modellen

Ideen für die aktuelle Kurhaus-Diskussion ausdrücklich erwünscht: Bernhard Weller, Alexander Pockrandt, Bernd Gehring und Gerhard Kessler (von links) bereiteten die Ausstellung vor und wagten mit historischen Aufnahmen und Modellen prägender Stadtimmobilien einen Brückenschlag in heutige Bäder-Zeiten.
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Ideen für die aktuelle Kurhaus-Diskussion ausdrücklich erwünscht: Bernhard Weller, Alexander Pockrandt, Bernd Gehring und Gerhard Kessler (von links) bereiteten die Ausstellung vor und wagten mit historischen Aufnahmen und Modellen prägender Stadtimmobilien einen Brückenschlag in heutige Bäder-Zeiten.

Aufnahmen von Kurgästen, die vor über 100 Jahren in Bad Wildungen flanieren, Prachtbauten als Miniaturmodelle und ein Brückenschlag zu heutigen Kurhaus-Diskussionen – eine Ausstellung in der Wandelhalle dokumentiert Architekturgeschichte aus der Kurstadt.

Bad Wildungen - „Balnea – Architekturgeschichte der Bäder“ – unter diesem Titel wird die ähnlich verlaufende Entwicklung der Kur- und Badestädte dargestellt. Architekturmodelle eines studentischen Projekts der Universität Stuttgart zeigen unterschiedliche Beispiele der Bäderarchitektur.

Fürstenbäder und Badeschiffe im Quellenmuseum

„Kurorte weisen in der Regel eine historisch gewachsene und unverwechselbare städtebauliche Individualität auf“ sagte Museumsleiter Bernhard Weller bei der Eröffnung.

Für die körperliche und geistige Gesundheit wurden einst Heilbäder, Flussbadeanstalten, Fürstenbäder, Badeschiffe und Arbeiterbäder geschaffen. Das veranschaulichen Fotos und Modelle aus verschiedenen Kurorten. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung der Kurstadt Bad Wildungen.

„Urbanität auf dem Lande“

Im 19. Jahrhundert habe sich die städtebauliche Entwicklung beschleunigt. Weller: „In fast allen Kur- und Badestädten finden sich aus der Vergangenheit Brunnenhäuser und Wandelhallen für den Ausschank der Quellen.“ Hinzu kommen Kurhäuser, Theater, Verkaufsboutiquen, Hotels und Pensionen, Alleen und Parkanlagen.

Dieses Bauprogramm sei bis heute kennzeichnend für Bad Wildungen und andere Kurorte. Als „Urbanität auf dem Lande“ werde dies in der historischen Forschung bezeichnet. Will heißen: Mehr bieten als die Größe der Stadt eigentlich erwarten lässt, und in einem Umfeld, das der Hektik einer Großstadt entzogen ist.

Diskussion über historische Badearchitektur anstoßen

„Die Ausstellung möchte durch das Aufzeigen von Bausünden auch eine Diskussion über den besonderen Wert und die Erhaltungswürdigkeit von historischer Badearchitektur in Gang setzen“, merkte der Museumsleiter an. Besucher werden ausdrücklich aufgefordert, sich mit dem Kurhaus-Areal in der Langemarckstraße und dem gesamten umgebenden Kurgebiet auseinanderzusetzen und sich somit stadtplanerisch einzubringen.

Ausstellung „Balnea“ in der Wandelhalle Bad Wildungen

Ausstellung „Balnea“ in der Wandelhalle Bad Wildungen
Ausstellung „Balnea“ in der Wandelhalle Bad Wildungen
Ausstellung „Balnea“ in der Wandelhalle Bad Wildungen
Ausstellung „Balnea“ in der Wandelhalle Bad Wildungen
Ausstellung „Balnea“ in der Wandelhalle Bad Wildungen

Eine Arbeitsgruppe mit Andreas Pockrand, Bernd Gehring und Bernhard Weller hat die Ausstellung konzipiert, die Texte stammen von Gerhard Kessler und Dr. Volker Brendow. Aus dem Team des Stadtmuseums beteiligten sich Oxana Wagner, Peter Groß, Johannes Nutz und Markus Bruns, Beiträge für die Hörstationen hat Bernhard Schäfer eingesprochen. Finanziell unterstützt wurde die Ausstellung von Sparkassenstiftung Waldeck-Frankenberg, Asklepios-Kliniken, Rotary Club Bad Wildungen-Fritzlar, VHS Bad Wildungen und „Balnea – Architekturgeschichte der Bäder“.

Die Ausstellung „Balnea – Architekturgeschichte der Bäder“ im Wildunger Quellenmuseum ist bis zum 5. September täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. (Conny Höhne)

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