Spendenaktion der AWWiN für das vom Hochwasser getroffene Grimma ein Erfolg

Privat,spontan,rasch:Hilfe für Flutopfer

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Die Weiterverteilung der Hilfsgüter in der Spendenhalle von Grimma sei perfekt organisiert gewesen, berichtet die Wildungerin Carola Ulrich (zu sehen in der Bildmitte).

Bad Wildungen. - Die Idee kam ihr am Frühstückstisch, die aktuellen Nachrichten vom Hochwasser im Ohr, berichtet Carola Ulrich: eine Hilfsaktion für die Flutopfer.

Die Wahl-Wildungerin kam 2002 aus Dresden nach Nordhessen und hatte im Elbflorenz die damalige, verheerende Flut miterlebt. „Spontane, schnelle Hilfe ist nötig, bevor die großen, bundesweiten Geldspendeaktionen wirken“, hat sie als Erfahrung mitgenommen.

Kaum Schutz möglich

Und ihr kam sofort der Ort Grimma in den Sinn, als sie sich im nächsten Augenblick die Frage stellte, wo solche unbürokratische Hilfe am dringendsten gebraucht werde. „In Grimma lässt die geografische Lage Hochwasserschutz wie beispielsweise in Dresden nicht zu. Die Menschen sind sich dessen bewusst, dass es sie immer wieder treffen kann, aber Versicherungsschutz erhalten sie wegen der Lage ihrer Stadt nicht“, fügt Carola Ulrich hinzu.

Ein Anruf in Grimma war schnell erledigt. Die Auskunft: Wir können alles gebrauchen. Am Montag vor einer Woche leierten Carola Ulrich und ihr Mann Bernd über die Arbeitsgemeinschaft Wildunger Wirtschaftsförderung AWWiN die spontane Hilfsaktion an. „Wir haben Mails an alle Mitglieder verschickt, Leute persönlich angesprochen und antelefoniert, auch Nichtmitglieder“, schildert Bernd Ulrich.

Die Resonanz sei groß und sehr positiv ausgefallen. Am Samstag darauf stand ein Konvoi bereit mit einem 7,5-Tonner-Lastwagen, drei Lkw der Sprinter-Klasse und einem großen Anhänger. Von Matratzen über Elektrogeräte bis hin zum Tierfutter fürs gebeutelte Tierheim von Grimma reichte die Palette der Sachspenden. Neuware war ebenso darunter, wie gute gebrauchte. Mehr als 30 Wildunger Firmen und Einrichtungen gaben Spenden. Dazu gesellte sich eine große Zahl von Privatpersonen.

Eine Gruppe von sieben Freiwilligen machte sich auf den Weg nach Grimma. Neben dem Ehepaar Ulrich waren Robert Ulrich Sven Dippel, Yvonne Hannig, Marc vom Hofe, Patrick Radanovic und Frank Rehrmann mit von der Partie.

Wartelisten angelegt

In der Spendenhalle von Grimma fanden sie die weitere Verteilung der Hilfsgüter perfekt organisiert vor, unterstreicht Carola Ulrich:

„Teilweise wurden die Sachspenden gleich an die Betreffenden durchgereicht. Es gab Wartelisten und jeder, der etwas brauchte, musste seinen Personalausweis vorzeigen.“ Etwaigem Trittbrettfahren wurde auf diese Weise ein Riegel vorgeschoben.

Drittes Mal neu anfangen

„Die Situation im Überschwemmungsgebiet ist noch schlimmer, als es die Fernsehbilder zeigen können“, erzählt Carola Ulrich. Nach der Wende 1989/90 hätten die Stadt und ihre Bewohner viel investiert, um ihre Heimat nach vier Jahrzehnten DDR-Geschichte auf die Höhe der Zeit zu bringen.

2002 zerstörte das Hochwasser die ganze Arbeit und nun, weitere elf Jahre danach, ist zum zweiten Mal die Aufbauleistung der Grimmaer zunichte gemacht. „Dabei sind vielfach die finanziellen Folgen von 2002 noch nicht bewältigt“, erläutert Carola Ulrich.

Sie hat Verständnis, wenn mancher aus der so arg in Mitleidenschaft gezogenen Region nun daran denkt, Grimma zu verlassen. Viele aber werden von vorne beginnen - ein drittes Mal. Alle haben eins gemeinsam: Sie lassen ihren Dank für die spontane Unterstützung aus Bad Wildungen ausrichten.

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