Netzbetreiber TenneT legt Pläne für Leitungskorridor der „Suedlink Trasse“ vor

Protest in Wildungen und Edertal

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Netzbetreiber TenneT legt Pläne für einen Leitungskorridor von der Küste nach Bayern vor; er verläuft auch im Edertal und Bad Wildungen. Foto: Thorsten Richter

Edertal / Bad Wildungen - Pläne für die sogenannte „SuedLink Trasse“ berühren Teile der Wildunger Gemarkung und mehrere Edertaler Ortsteile. Ähnlich wie im Schwalm-Eder-Kreis zeichnet sich Widerstand in der Region ab.

Netzbetreiber TenneT plant eine „SuedLink Trasse“, die auch durch die Region Nordhessen geführt werden soll. Hintergrund der neuen Gleichstromtrasse ist die Planung, den Windstrom aus Offshore-Anlagen aus den Küstenregionen nach Bayern zu transportieren.

Wellen, Bergheim, Mehlen und Giflitz

Nach massiver Kritik an der ursprünglichen Trasse sind mittlerweile zahlreiche Alternativen ausgearbeitet. „Ein Leitungskorridor sieht die Führung der Stromtrasse von Fritzlar kommend ins Edertal nach Bad Wildungen vor“, berichtete Edertals Bürgermeister Klaus Gier in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. „Betroffen könnten insbesondere die Ortsteile Wellen, Bergheim, Mehlen und Giflitz sein.“

Die Stromtrasse soll nahe der Bundesstraße verlaufen, und in der Wildunger Gemarkung vom Roten Berg nach Wega und Bad Zwesten geführt werden. „Da gibt es bereits eine Überlandleitung und das Unternehmen überlegt, die vorhandene Leitungstrasse mit zu nutzen“, fasste Bürgermeister Volker Zimmermann das Ergebnis einer Informationsveranstaltung in Bad Zwesten zusammen, an der der Bürgermeister und zwei Stadträte teilnahmen. Trotzdem äußerte sich der Rathauschef „sehr skeptisch und eher ablehnend“. Jede Möglichkeit einer Erdverkabelung „ist immer besser als eine Überlandleitung“.

„Für betroffene Kommunen nicht nachvollziehbar“

In zahlreichen Städten und Gemeinden wurde bereits Widerstand gegen die Trasse angekündigt. Im Schwalm-Eder-Kreis stand die Trassenführung bereits früher fest. In Fritzlar wurde eine Bürgerinitiative gegen SuedLink gegründet, das Stadtparlament brachte eine Resolution auf den Weg. Dort geht es laut Zimmermann insbesondere um den geringen Abstand zu den Wohngebieten.

Allgemein richtet sich die Kritik der Städte und Gemeinden im Durchleitungsgebiet in erster Linie darauf, dass die Stromleitungen aus Kostengründen größtenteils oberirdisch verlaufen sollen. „Außerdem sind die getroffenen Festlegungen der vorgesehenen Stromtrassen für die betroffenen Kommunen nicht nachvollziehbar“, merkte Gier an. „Aus Sicht der Gemeinde ist eine entsprechende Trassenführung strikt abzulehnen.“

Gemeinsam Position beziehen

Neben allgemeinen Schutzinteressen von Mensch, Tier und Natur sei dies aus touristischer Sicht undenkbar. „Eine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes der Edersee-Region und vor allem auch in unmittelbarer Nähe des Nationalparks als Weltnaturerbe kann die Gemeinde nicht akzeptieren.“ Gier kündigte an, mit den umliegenden Gemeinden Kontakt aufzunehmen und eine gemeinsame Vorgehensweise abzustimmen.

Noch fehlten allerdings weitere Informationen, stellte sein Wildunger Amtskollege klar. „Es müsste geklärt werden, welche Veränderungen sich im Lauf der Trassenvariante ergeben könnten.“ Das Vorhaben befinde sich noch in der Informationsphase. Wenn genauere Erkenntnisse vorliegen, wollen Edertal und Bad Wildungen sich gemeinsam positionieren.

Das hat der Hessische Heilbäderverband bereits beim Heilbädertag in Zwesten getan, informierte Zimmermann. Fazit: „In Kurzentren wie Bad Zwesten und Bad Wildungen darf es nicht zu Beeinträchtigungen kommen.“

Von Conny Höhne

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