Start mit bedrückendem Theaterstück: Cyber-Mobbing als Thema für Mittelstufe

Der Psychoterror aus dem Internet

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- Bad Wildungen (su). Außenseiter leiden: üble Gerüchte, Ausgrenzung, Schikane, Psychoterror, Schläge – neudeutsch heißt das „Mobbing“. Alt wie die Menschheit, doch digitalisiert und hässlicher denn je erscheint es als „Cyber-Mobbing“.

Einzelne ins Visier nehmen, zu Außenseitern abstempeln, zu „Opfern“ machen, wie eines der häufigsten Schimpfwörter unter Jugendlichen heute lautet – das geht im Internet und aus dem Netz heraus anonymer, schneller, wirkungsvoller als je zuvor. „Cyber-Mobbing ist längst in Bad Wildungen angekommen“, sagt Stadtjugendpfleger Manuel Schmidt und fasst damit die Ansicht des Wildunger Präventionsrates zusammen, der sozialen Problemen aller Art durch vorbeugende Arbeit mit Jugendlichen begegnen will.

330 Schülerinnen und Schüler siebter und achter Klassen setzten sich gestern Morgen auf Einladung des Rates in der Wandelhalle dem „Cyber-Mobbing“ aus. Sie erlebten die Geschichte von Jess mit, erzählt und gespielt auf der Bühne vom Theater „Comic on“. Jess (Marcus Klapproth) wurde selbst auf seiner alten Schule gemobbt, flog herunter, weil er aus Wut ein Feuer legte, und will sich in seiner neuen Schule deshalb aus allem heraushalten; schließlich steht ihm jederzeit sein virtueller „Freundeskreis“ auf Facebook & Co zur Verfügung.

Doch die Mädchen in der Schule machen ihm einen Strich durch die Rechnung: die attraktive Vanessa (Lea Kaiser), die in ihrer Clique den Ton angibt, und Chris (Jacqueline Grygier-Bethke), die Jess’ Leidenschaft für Computerspiele teilt, von der Clique aber mit peinlichen Handyvideos und anderen Schikanen massiv unter Druck gesetzt wird. Als Jess sich für eine Seite entscheiden muss, gerät er fürchterlich ins Schlingern. Das Stück endet düster, man hört die Figuren hinter der Bühne diskutieren. Ein lautes „Ich halt’ das nicht mehr aus...“ der gepeinigten Chris, ein Klicken – und ein Schuss.

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